Giftiges Wasser in Kleingärten: Stadt sperrt Brunnen

Giftiges Wasser in Kleingärten: Stadt sperrt Brunnen

Durch Reste eines ehemaligen Gaswerks ist das Grundwasser mit hochtoxischen Cyaniden belastet.

Krefeld. Auf einem Teil des Geländes an der Vulkanstraße, auf dem bis in die 40er Jahre des vergangenen Jahrhunderts ein Gaswerk stand, wurde eine Belastung des Grundwassers mit Cyniden festgestellt. Aufgefallen war die Verunreinigung bei Bodenuntersuchungen im Vorfeld eines Abrisses.

Das alte Fischelner Gaswerk war nach dem Zweiten Weltkrieg stillgelegt und in den 1950er-Jahren abgebrochen worden. Offenbar waren dabei unterirdische Anlagenteile im Bereich der ehemaligen Gasreglerstation im Boden geblieben.

Die Grundwasserbelastung beschränkt sich laut Stadtverwaltung auf eine schmale Fahne, die das Kleingartengelände Heideck nördlich der Vulkanstraße durchströmt. Nicht alle 21 Parzellen sind betroffen, sagt der Vereinsvorsitzende Hubert Laprell. „Sechs Gärten sind es, nur drei haben einen Brunnen. Und die Pächter habe ich auch schriftlich informiert.“ Das Schreiben hänge auf dem Vereinsgelände aus, sagt Hubert Laprell.

Um die Gesundheit der Betroffenen nicht zu gefährden, macht die Stadtverwaltung ihnen Vorgaben: Sie dürfen das Grundwasser nicht mehr als Trinkwasser nutzen. Angesichts der zuletzt hohen Temperaturen, die auch am Wochenende wieder erwartet werden, soll das Wasser auch nicht in Planschbecken gefüllt oder für ähnliche Zwecke verwendet werden, bei denen Kinder Wasser verschlucken können.

Laut Hubert Laprell ist trotz dieser schlechten Nachrichten die Lage in seinem Kleingartenverein „ganz entspannt“. In keiner der betroffenen Parzellen spielten und planschten Kinder oder Enkel, und alle Gärten seien an die städtische Wasserversorgung angebunden.

Das ist wichtig, weil laut Empfehlung der Stadt auch Salat, Gemüse und Obst nicht mit dem verunreinigten Grundwasser gegossen werden sollen. Rasen und Blumenbeete, also alles, was nicht zum Verzehr geeignet ist, darf damit in Berührung kommen.

Nähere Hinweise zu den gezogenen Proben, dem Grad der Belastung, der Art und dem Umfang der Entsorgung der Cyanide sowie möglichen gesundheitlichen Auswirkungen gab es von der Stadt am Mittwoch nicht.

Im Rahmen der Abbrucharbeiten sollen die Anlagenreste entfernt und das verunreinigte Erdreich ausgetauscht werden. Hubert Laprell: „Bei uns ist alles im Lot.“