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Gewerbegebiet entwickelt sich zügig

Gewerbegebiet entwickelt sich zügig

Drei Viertel der Logwerk-Fläche an der Gladbacher Straße sind belegt, ein weiteres Viertel wartet auf neue Käufer. Kleinewefers ist Inhaber und Investor zugleich.

Seit rund 100 Jahren steht die Verwaltungsvilla auf dem ehemaligen Gelände des Beschichtungswerks der Firma Tag Composites & Carpets an der Gladbacher Straße. Seit 2013 steht das denkmalgeschützte Gebäude leer und wartet auf eine neue Nutzung. Ansonsten sind neben dem alten Betriebsleiterhaus nur noch einige wenige Gebäude übriggeblieben, die inzwischen von der Kleinewefers GmbH saniert wurden.

„Wir haben die Tag 2007 aus der Insolvenz heraus gekauft und entwickeln seitdem schrittweise das Teppichgeschäft der Tag an den Standorten Glockenspitz und Grefrath-Oedt weiter. Die Industrie-Immobilie an der Gladbacher Straße wird nach Integration der dortigen Produktionsbereiche in die Verseidag-Indutex zu einem modernen Gewerbepark unter dem Namen Logwerk umgewandelt“, sagt Kleinewefers-Geschäftsführer Erich Bröker.

Mit Erfolg: Drei Viertel der Fläche von 64 000 Quadratmetern sind schon belegt, 16 000 davon als Erweiterungsfläche vorgesehen. „Vorausgesetzt, man einigt sich bezüglich der Beseitigung der Altlasten mit dem Umweltamt auf zumutbare Bedingungen“, sagt Bröker. „Dann werden wir die Restimmobilie von der Firma Ultitex erwerben und in Form modulartiger flexibler Logistik-Einheiten mit Büros und Produktionsflächen zur Miete oder zum Verkauf schlüsselfertig herrichten.“

Etwa 15 Betriebe könnten dort ein neues Zuhause finden. Die logistische Ausrichtung war eigentlich für das gesamte Tag-Areal vorgesehen — bis die Tölke und Fischer-Gruppe sich um die Ansiedlung der Autohäuser Kia und Audi bemühte und die Verantwortlichen von Kleinewefers von ihrem Vorhaben überzeugte. „Wir verstanden die Intention von Töfi, entlang der Gladbacher Straße ihre Phalanx von Autohäusern zu komplettieren“, sagt Bröker als Investor.

Für Tölke und Fischer, das bei den Zentren für Kia und Audi als Mieter auftritt, ist dies ein Glücksfall, für Kleinewefers trotz eines langjährigen Mietvertrags auch ein gewisses Risiko. Immobilien dieser Art seien nicht so gut wieder zu veräußern oder zu vermieten. Töfi belegt nun mit allein 34 000 Quadratmetern Grundfläche mehr als die Hälfte des Gesamtareals. Während das Autohaus Kia schon in Betrieb ist, soll das neue Audi-Zentrum Anfang 2019 bezogen werden. Allein in diesen Bau investiert Kleinewefers einen hohen einstelligen Millionen-Euro-Betrag.

Bereits im Logwerk als Mieter zu Hause sind am westlichen Rand Verseidag und Ultitex (4000 Quadratmeter), das von seinem bisherigen Standort auf dem Gelände umgezogen ist, und seit Mai 2017 im Nordwesten das Technische Hilfswerk (3500), das dort wesentlich bessere gebäudetechnische Bedingungen vorfindet als am vorherigen Standort in Uerdingen. Auf der Suche ist Kleinewefers noch nach einem Käufer oder Mieter der Tag-Villa. „Sie ist mit ihren 1200 Quadratmetern und der guten Bausubstanz eine repräsentative Residenz für ein Unternehmen“, wirbt Bröker. Kleinewefers wäre auch zur Sanierung bereit.

Der Wermutstropfen: „Allein die Verhandlungen zum Denkmalschutz haben uns drei Jahre Bauverzögerung gekostet.“

Das Krefelder Unternehmen, das den Namen der Firmendynastie und des heutigen Inhabers Jan Kleinewefers trägt, betreibt in Krefeld und außerhalb diverse ehemalige Industrieimmobilien. „Wir erwirtschaften mit unserer Immobiliensparte einen Jahresumsatz von acht Millionen Euro“, sagt er. „Dank der permanenten Investitionen erhöhen wir den Wert der Immobilien nachhaltig. Damit halten wir die Zügel stets selbst in der Hand und erzielen auch konjunkturunabhängig gute Erträge.“

Die aktuelle Priorität liegt auf der weiteren Entwicklung im Logwerk. „Wir hoffen, dass wir die Altlastensanierung der Restimmobilie bald geklärt haben und ab 2019 mit dem Ausbau loslegen können — zum Vorteil vieler neuer Arbeitsplätze.“