Gesundheit: Krefelder Kinder sind zu dick

Gesundheit : Krefelder Kinder sind zu dick

AOK Rheinland stellt ihren Gesundheitsreport vor.

Mehr Krefelder Kinder sind gegen die Masern geimpft, haben einen mittelmäßigen Kariesschutz und sind immer noch überdurchschnittlich fettleibig. Das ist das Ergebnis des aktuellen Gesundheitsreports der AOK Rheinland/Hamburg. Zu Grunde liegen dem Bericht Ergebnisse aus 2017. Bei Erstimpfung gegen Masern liegt der Anteil demnach an Kindern des Geburtsjahres 2013 bei 95,5 Prozent, also im unteren Drittel des Erfassungsgebietes. Der Kreis Viersen schneidet mit 98,3 Prozent wesentlich besser ab, liegt auf Rang drei. Spitzenreiter ist der Rheinisch-Bergische Kreis mit 99,1 Prozent. Bei der abgeschlossenen Grundimmunisierung der Vierjährigen im Jahr 2017 lag die Zahl bei 93,5 Prozent, was eine Steigerung von 5,5 Prozent im Vergleich zu 2016 bedeutet. Dennoch liegt der Wert unterhalb der Richtzahl der Weltgesundheitsorganisation WHO (95 Prozent). Deutschland gehört zu den zehn europäischen Ländern, in denen die Masern noch nicht eliminiert sind. Das war 2017 in 37 von 53 WHO-Staaten des Kontinents der Fall. Marion Schröder, Regionaldirektorin der AOK, sagt: „Bei Masern ist der Herdenschutz wichtig. Die Masern sind auf dem Vormarsch. Krefeld hat dabei gut aufgeholt. Aber auch Erwachsene sollten mal wieder in ihr Impfheft schauen.“

Bei der Zahngesundheit liegt Krefeld im unteren Bereich

Bei den Früherkennungsuntersuchungen liegt die Teilnahme der Krefelder Kinder U7a des Jahrgangs 2013 mit 92,7 Prozent nicht sehr hoch. Spitzenreiter ist der Kreis Viersen mit 97,4 Prozent. Festzuhalten ist, dass die Zahl der Untersuchungen abnimmt, je älter die Kinder werden. Im Geburtsjahrgang 2002 ließen sich nur noch 51 von Hundert untersuchen.

Beim Thema Zahngesundheit liegen Krefeld und der Kreis Viersen im unteren Bereich. Im Jahr 2017 hatten sechsjährige Kinder in Krefeld nur in 56 Prozent der Fälle ein Gebiss ohne Füllungen. Im Kreis Viersen liegt der Wert mit 59,1 Prozent leicht höher. Vor allem der soziale Status der Eltern mache sich in den Zahlen bemerkbar, wie auch die Frage der Herkunft. Regionaldirektorin Marion Schröder sagt: „Viele Migranten kennen sich nicht aus. Da wollen wir von der AOK weiter aufklären. Auch in den sozial schwächeren Gebieten setzen wir vermehrt auf Prävention. Mit Vorsorge und den Infos wollen wir die Eltern erreichen.“

76 von 100 Krefelder Kindern im Alter von elf Jahren bekamen in 2017 die Backenzähne versiegelt. Dies wird als Kariesschutz empfohlen und sollte alle vier Jahre wiederholt werden, wie die AOK sagt.

Etwa auf einem Niveau liegen Krefeld und der Kreis Viersen bei der Frage nach der Dickleibigkeit der Kinder und Jugendlichen zwischen drei und 17 Jahren. Der Anteil der Adipösen in Krefeld lag 2017 bei 5,9 Prozent, im Kreis bei 6,2. Das waren im Vergleichsgebiet Rheinland/Hamburg unterdurchschnittliche Werte, bundesweit aber offenbar hohe: Dort liegt der Durchschnitt nur bei 4,7 Prozent.

Bürger sind sehr
aktiv in den Sportvereinen

Gut schneiden Krefeld und der Kreis Viersen bei der Anzahl der Menschen ab, die in Sportvereinen aktiv sind. Auf 1000 Einwohner kommen in der Seidenstadt 284 sporttreibende Bürger, im Kreis immerhin noch 258. Doris Balster, Leiterin der Abteilung Prävention und Gesundheitsförderung der AOK, sagt: „Die Zusammenarbeit mit dem Stadtsportbund klappt gut.“ Die Vorteile von Bewegung soll den Kindern schon in den Kindergärten näher gebracht werden. 48 Kitas in Krefeld beteiligen sich nach Auskunft Balsters bei Präventionsprogrammen. Gesunde Ernährung, ausreichende Bewegung und soziale Kompetenzen werden umfasst.

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