Gericht: Nachbarin erschreckt – Tod nach Steinwürfen

Gericht: Nachbarin erschreckt – Tod nach Steinwürfen

Ein 66-Jähriger soll Männer damit beauftragt haben, einer herzkranken Frau einen Denkzettel zu verpassen. Jetzt ist er wegen fahrlässiger Tötung angeklagt.

Krefeld. Weil sie erschreckt worden ist, hat eine Krefelderin einen akuten Herzanfall erlitten und ist daran gestorben. Das Amtsgericht befasst sich am Freitag mit dem Fall, der bereits knapp zwei Jahre zurückliegt. Auf der Anklagebank werden dann vier Männer sitzen, einer von ihnen ist wegen fahrlässiger Tötung angeklagt, die anderen wegen Sachbeschädigung oder Anstiftung dazu.

Nach den Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft soll ein 66-Jähriger am 2. August 2008 einen Mann damit beauftragt haben, zwei Personen zu finden, die die Wohnzimmerfenster der über ihm im gleichen Haus wohnenden Eheleute einzuwerfen. Dafür versprach er eine Belohnung von 100 Euro. Laut Anklage war dem 66-Jährigen klar, dass das spätere Opfer unter einer schweren Herzkrankheit litt und sich auch in der Tatnacht im zur Straße gelegenen Wohnzimmer aufhielt.

Noch für die gleiche Nacht fanden sich den Ermittlungen zufolge zwei Männer, die zum Einwerfen der Fenster bereit waren. Allerdings gingen sie davon aus, dass sich niemand in der Wohnung befand. Der 66-Jährige soll ihnen eine Tüte mit Steinen gegeben haben, an denen ein Zettel mit der Aufschrift "Das war erst der Anfang" befestigt war.

Gegen 0.45Uhr warfen jeder einen Pflasterstein in die beiden Wohnzimmerfenster. Die Frau erlitt einen Schock, durch den sie schwere Atemprobleme bekam. In der Folge kam es zu einem Kreislaufstillstand und sie musste von einem Notarzt wiederbelebt werden. Die Wiederbelebung verlief auch zunächst erfolgreich, die Frau starb aber fünf Tage später aufgrund Herzversagens in der Klinik.

Die Staatsanwaltschaft ist davon überzeugt, dass der 66-Jährige hätten wissen müssen, dass der nächtliche Angriff und die damit verbundene Aufregung für das Opfer tödlich enden könnten. Vor dem Schöffengericht sind zunächst zwei Verhandlungstage angesetzt.