Gericht: Angezahltes Auto gab es gar nicht

Gericht: Angezahltes Auto gab es gar nicht

Ein Betrüger ist noch flüchtig. Mitangeklagter freigesprochen.

Krefeld. Ein 42-jähriger Nürnberger ist bei einem vermeintlichen Autokauf von drei Krefeldern um 1000 Euro gebracht worden. In einem Internetportal für Autos boten im September 2010 zwei Männer einen Mercedes CLK für 4399 Euro an — ein echtes Schnäppchen. Der Käufer biss an und leistete eine Anzahlung von 1000 Euro. Den Wagen hatte er zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht gesehen und bekam ihn auch später nicht zu Gesicht. Die 1000 Euro waren weg.

Einer der Täter wurde dafür bereits verurteilt. Montag sollte dem zweiten Betrüger und einem 23-Jährigen der Prozess gemacht werden. Letzterer hatte die Anzahlung des Käufers für die Betrüger bei der Bank abgeholt. „Ich wusste nicht, was die da machten“, erklärte er sich.

Einer der Betrüger habe ihm gesagt, er könne das Geld aufgrund seines abgelaufenen Ausweises nicht abholen. Diese Version bestätigte am Montag einer der Auftraggeber: „Er wusste gar nichts.“ Unklar blieb, ob der Geldbote für seine Dienste selbst Geld erhalten hatte. Das Gericht sah weder Mittäterschaft, noch Beihilfe bewiesen und sprach ihn frei.

Der zweite Betrüger gegen den verhandelt werden sollte, blieb dem Amtsgericht gestern zum wiederholten Mal fern. Er ist vermutlich untergetaucht und wird nun — auch aufgrund eines anderen Haftbefehls — gesucht.

Für den Käufer des Wagens hätte das vermeintliche Schnäppchen noch schlimmere Folgen haben können. Denn die Haupttäter lockten ihn zum Südausgang des Hauptbahnhofs, um den Kauf abzuwickeln. Der Wagen war jedoch nicht da. Angeblich sollte sich der Mercedes in einer Werkstatt befinden, die zu Fuß erreichbar sei. Den Restbetrag von 3399 Euro hatte der Geschädigte bei sich. Er wurde misstrauisch, als keine Werkstatt auftauchte. Da waren die Täter plötzlich verschwunden und auch per Handy nicht erreichbar.