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Gemeinsames Projekt zwischen Schule und Museum Burg Linn begeistert Jugendliche

Museumpädagogik : Schüler erforschen spielerisch das Mittelalter

Der Geschichte auf der Spur: Das Museum Burg Linn und die Gesamtschule Oppum kooperieren seit den Sommerferien.

Wie dunkel was das Mittelalter wirklich? Was haben die Menschen damals gekocht? Und wie sah überhaupt ihr Alltag aus? Diesen Fragen möchte eine Arbeitsgemeinschaft der Gesamtschule Oppum auf den Grund gehen. Im Schuljahr 2018/2019 beschäftigen sich zwölf Schüler der fünften und sechsten Klasse mit dem Thema. Für dieses Projekt ist das Museum Burg Linn prädestiniert.

Es verwundert also nicht, dass Museumsdirektorin Jennifer Morscheiser und Birgit Oelmüllers-Hoff, Schulleiterin der Gesamtschule Oppum, eine Kooperation eingegangen sind. Denn schließlich liegt die Geschichte praktisch vor der Haustür.

Schüler treffen sich seit den Sommerferien regelmäßig

Seit den Sommerferien treffen sich die Schüler der Mittelalter-AG regelmäßig in den Räumen der Burg Linn – eine Lernatmosphäre fernab der Schule. „Es ist ein besonderer Reiz, wenn man die Schule verlässt“, sagt Oelmüllers-Hoff. „Durch den Ausflug sind sie motivierter und lernen ganz anders, als wenn sie im Klassenzimmer sitzen würden.“ Ganz praktisch: Die Burg und die Gesamtschule liegen am Weg derselben Straßenbahnlinie.

Für das Museum ist die Kooperation „ein wahrer Segen“, wie Morscheiser erklärt. Im Zuge der AG kann die neue Museumspädagogik an einer Schülergruppe getestet und, wenn nötig, verbessert werden, ist sie überzeugt. Das frühere Angebot für Schulen, bestand vor allem aus Burgführungen. Die heutigen Generationen müssten jedoch anders für das Thema Burg und Mittelalter begeistert werden und sich mehr am Lernplan orientieren. Aber auch die Burg müsse einen Unterhaltungswert schaffen, da sie mit vielen anderen Freizeitveranstaltungen konkurriert.

Oelmüllers-Hoff betont, dass „die Schule nicht nur nehmen, sondern durch die Kooperation auch etwas zurückgeben möchte“. „Die Freude, mit der die Kinder an die Projekte herangehen“, zeigt laut Morscheiser, dass das Mittelalter immer noch seinen Reiz hat. Seit den Sommerferien wurde schon viel getan: Gestaltung von Wappen, Herstellung von althergemachten Kapuzen oder Kochen über dem offenen Feuer.

Im Verlauf des Schuljahres kommen auch Aktionen wie Ritterturniere dazu. Am Ende sollen die Kinder „mit dem Wissen herausgehen, dass das ihr Museum ist“, sagt Morscheiser – „ein Teil ihrer Heimatgeschichte“. Sie sollen Familie und Freunde zu einem Besuch der Burg animieren und vielleicht einmal mit ihren Kindern und Enkelkindern hierher zurückkehren.

Finanzielle Unterstützung für die Kooperation gibt es vom Kiwanis-Club Krefeld. „Kiwanis“ ist indianischen Ursprungs und bedeutet „Wir sind gern aktiv und finden Freude daran“. Unter dem Motto „Serving the Children of the World“ werden Projekte zur Verbesserung der Lebensqualität von Kindern und ihren Familien organisiert. Deshalb unterstützt der Club „jedes Jahr Charity-Aktionen, Weiterbildungen oder andere pädagogische Projekte“, so Volker Luven, Präsident bei Kiwanis. Auch sein Vize, Robert Lambrechts, sieht es als „wichtig, im Regionalen etwas für die Kinder zu tun.“ 5000 Euro haben sie zu dem Projekt beigesteuert.

Der eine Teil wurde bereits investiert, um beispielsweise einen fränkischen Helm nachzubauen. Der andere Teil wird genutzt, um im Museum einen Schulungsraum auszustatten.