Gefäßchirurgie am Krefelder Krankenhaus Maria Hilf

Medizin : Maria-Hilf baut die Gefäßchirurgie kontinuierlich aus

Professor Bernd Luther leitet Abteilung mit den Schwerpunkten Ambulanz, Katheder-Medizin und Operationen.

Professor Bernd Luther ist seit einem Jahr Chefarzt der Klinik für Gefäßchirurgie im Krankenhaus Maria Hilf und berichtet über die hochkomplexen Eingriffe an der Hauptschlagader. Seit Dezember 2017 hat er mit seinem Team etwa 600 arterielle Operationen durchgeführt, davon 50 sehr aufwendige auf dem Gebiet der Aortenchirurgie.

Michael Wilke, Regionalgeschäftsführer des Krankenhauses der Alexianer sagt: „Das erste Jahr übertrifft bereits jede Erwartung. Professor Luther ist unbestritten eine der Kapazitäten auf dem Gebiet der Gefäßchirurgie in Deutschland.“ Luther selbst erzählt: „Kurz nachdem ich hier angefangen habe hieß es, bauen Sie doch mal eine Klinik auf.“ Heute ist er voll des Lobes über das Haus und vergleicht  das gute Klima mit seiner Ausbildungsklinik, der Berliner Charité. Für sich selbst plant er, noch vier bis fünf Jahre in der Gefäßmedizin zu arbeiten. „Wir beackern die drei Bereiche Ambulanz, Katheder-Medizin sowie Operationen und meine drei Oberärzte wechseln wöchentlich die Zuständigkeit. Dadurch sind wir fit und können jedem Patienten  seine individuell geeignete Behandlung zukommen lassen.“

Professor Luther: „Wir sprechen von einer tickenden Zeitbombe“

Typische chirurgische Eingriffe in der Gefäßchirurgie sind das Anlegen von Gefäßbypässen und die Behandlung von Erweiterungen (Aneurysmen) der Hauptschlagader (Aorta). Aortenaneurysmen gehören zu den bedrohlichsten Erkrankungen der menschlichen Blutgefäße.

Die größte Gefahr ist das plötzliche Platzen mit der Folge einer inneren Blutung. Wenn es dazu kommt, liegt die Sterblichkeitsrate bei 80 Prozent. Bernd Luther sagt: „Ich rate dringend zur Vorsorgeuntersuchung, vor allem, wenn die Erkrankung in der Familie erblich ist. Jeder Mediziner, der eine Ultraschall-Untersuchung macht, wird seine Patienten im Zweifel zum Facharzt schicken, denn die Gefahr spürt man selbst nicht. Wir sprechen von einer tickenden Zeitbombe.“

Der Gefäßchirurg ist froh, dass heutzutage nicht mehr so oft offen-chirurgische Operationen erforderlich sind. Vielmehr erlaubt eine Stentimplantation einen gefahrloseren Eingriff.

Der Chirurg: „Mir ist es wichtig, dass mein Patient seine Erkrankung versteht und ich auf partnerschaftlicher Augenhöhe  mit ihm seine weitere Zukunft besprechen kann.“

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