Gedenkfeier für die Opfer: Schüler präsentieren Schicksale und Hoffnungen

GEDENKEN : Gestern, heute, morgen – Schicksale und Hoffnungen

In der Albert-Schweizer-Schule wurde in einer Feierstunde der Opfer von Krieg, Diktatur und Gewalt gedacht.

Nach monatelanger Erinnerungsarbeit in den Klassenzimmern der 5. bis 10. Klassen war es soweit: Gemeinsam mit der Stadt Krefeld richtete die Albert-Schweizer-Realschule eine Feierstunde unter dem Motto „Gestern, heute, morgen – wir erinnern (uns)“ aus. Im Programm der Gedenkfeier für die Opfer von Krieg, Diktatur und Gewalt sprachen die Schulleiterin, der Oberbürgermeister und Vertreter der Bildungspartner und vor allem die Schüler präsentierten Musik-, Bild- und Gedichtbeiträge.

Und die Schüler hatten noch mehr zu zeigen: Stellwände mit Plakaten und Fotos zu vielfältigen Themen: der nationalsozialistischen Zeit, zur generellen Darstellung des Judentums und zu jüdischen Feiertagen wie Chanukka und Passah. Auf einer Wand stellten die Schüler auch den Bezug zu ihrer Stadt her, indem sie die Schicksale verfolgter Krefelder vorstellten. Eine Weltscheibe ist von einer Art Glücksrad umrandete und vereinte unter sich die Wünsche einiger Schüler – Hoffnungen auf eine Welt ohne Rassismus und auf ein friedliches Miteinander waren dort zu finden.

Im Rahmen des Internationalen Holocaustgedenktages findet die Feierlichkeit in Krefeld jedes Jahr an einer anderen Schule statt. „Das Thema war hervorragend für die pädagogische Arbeit im Geschichtsunterricht geeignet“, sagte Schulleiterin Christa Lunkenheimer. Geschichtslehrer Matthias Schierbrand ist vor allem über „die Möglichkeit, Schüler mit unterschiedlichstem Migrationshintergrund bei einem so bedeutenden Thema zusammenzuführen“, begeistert. Oberbürgermeister Frank Meyer sah den Charakter der Veranstaltung vor allem im „Bezug zu aktuellen Ereignissen“ und in den „Unterschiedlichkeiten der Schulen“.

Etwas ganz Besonderes sind auch zwei Bildungspartnerschaften, die die Schule an diesem Tag eingeht. Dazu gehört eine mit der Krefelder NS-Dokumentationsstelle „Villa Merländer“, deren Leiterin Sandra Franz sich freut, dass das Thema von Schulen so aktiv weitergetragen wird.

Franz macht mit einem Zitat der Überlebenden Halina Birnbaum klar, dass es wichtig ist kontinuierlich mit Schulen zu arbeiten, um aus der Vergangenheit zu lernen. Aber auch der Blick auf das Gute in der Welt soll nicht verblassen: „Die Welt ist kein böser Ort, vergessen Sie das nicht.“

Als erste Krefelder Schule geht die Albert-Schweizer-Schule eine deutsch-niederländische Bildungspartnerschaft ein. Und zwar mit der Gedenkstätte Nationales Denkmal Vught auf dem Gelände eines ehemaligen Konzentrationslagers in der Nähe von s’Hertogenbosch.

Der ehrenamtliche Mitarbeiter der Gedenkstätte Ben Vrieling sieht die Wichtigkeit und Aktualität des Themas und hält positiv fest, dass immer mehr Besucher zu der von ihm mitbetreuten niederländischen Gedenkstätte kommen: „Die Jugend muss wissen, was damals war.“

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