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Gazelle in Krefeld: Der Laden ist ständig voll

Wirtschaft : Geschäftsführer Felix Hakes: „Der Laden ist ständig voll“

Felix Hakes und Stefan Heines atmen auf. Die Fahrradsaison kann weitergehen, auch für sie. Die beiden Betreiber des Radgeschäfts Gazelle am Großmarkt an der Oppumer Straße durfte seine Pforten in den vergangenen Tagen wieder öffnen.

„Der Verkauf ist wieder sehr gut angelaufen“, sagt Hakes mit einem Hauch Erleichterung: „Wir können uns nicht beschweren.“ Zahlreiche Kunden zählt der Krefelder, der zusammen mit Heines die Fahrrad Trend GmbH führt und noch ein Zweitgeschäft in Mönchengladbach leitet, nun jeden Tag in der großen Halle. Über 450 Räder, von Touren- über Trekking- und Tour Populair, sind hier ausgestellt. Eine lichtdurchflutete Halle, Räder soweit das Auge blickt. Eine aufgezeichnete Straße für eine Probefahrt. Auch eine Fachwerkstatt und ein Café sind vorhanden. Wer will, kann hier längere Zeit verweilen.

Am 9. März feierte das Geschäft seine Eröffnung, doch die gute Laune war schnell verflogen. Nur fünf Tage später erfolgte die Zwangsschließung wegen der Corona-Pandemie. Man wollte zu Beginn der Radsaison vor Ostern schon präsent sein, so der Plan. Und dann das. „Das war natürlich ein Schock, wenn man gerade erst geöffnet hatte“, sagt Geschäftsführer Hakes: „Alles stand still. Die Rechnungen aber kamen nach wie vor ins Haus.“ Gedanken über die Zukunft musste er sich machen, ehe diese überhaupt begonnen hatte: „Ich dachte mir schon, wir halten das durch. Aber man wusste natürlich nicht, wie lange die Schließung dauern würde. Man will den Laden ja auch präsentieren, zeigen, was man hat.“ Hauptsächlich vertreiben Hakes und Heines Räder des niederländischen Herstellers Gazelle. Das Geschäft mit mehr als 1200 Quadratmetern Fläche trägt auch diesen Namen. Für 700 bis 4000 Euro gibt es am Großmarkt Zweiräder für jeden Zweck.

Jetzt stehen Spender für Desinfektionsmittel im Laden. Die Kunden müssen mit Mund- und Nasenschutz eintreten. „Es ist keine schöne Zeit.“ Und die Krise ist bekanntlich noch nicht vorbei. Die Gefahr, irgendwann womöglich wieder dichtmachen zu müssen, ist nicht gebannt. „Das schwebt noch über uns. Es ist immer noch präsent“, sagt Hakes.

Die fünfwöchige Zwangspause könne man so schnell nicht mehr kompensieren, glaubt der Geschäftsführer, auch wenn die Kunden jetzt wieder kommen. „Die Nachfrage ist da. Der Laden ist ständig voll. Es ist schön so zu arbeiten. Ich bin dafür dankbar“, sagt er. Vier Mitarbeiter bewegen sich täglich von 10 bis 18 Uhr durch die Halle. Weitere Mitarbeiter werden noch gesucht, auch für das Geschäft in Mönchengladbach. „Es ist schon eine Erleichterung, wenn man acht Stunden durcharbeiten darf“, sagt Felix Hakes. Das Stichwort ist wie in vielen Branchen: Kurzarbeit.

Bald soll hinter dem Geschäft die Krefelder Promenade vorbeiführen. Noch sind nicht alle Teilstücke fertig. Es wird noch dauern. Vom Gelände des Ladens soll man dann später auf die Strecke einbiegen können. Doch man weiß nie, was noch kommt. Das haben Stefan Heines und Felix Hakes im März schon leidvoll erlebt.