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Gartenstädter haben endlich wieder eine Post

Gartenstädter haben endlich wieder eine Post

Was lange währt . . . Petra Richthammer hat das Geschäft am Insterburger Platz 1 übernommen — sehr zur Freude der Anwohner.

Gartenstadt. Im Minutentakt strömen die Kunden in „Petras Postshop“. Die einen bringen Pakete oder Briefe, die anderen verlassen den Laden mit ihren Päckchen. „Es ist schön, wieder eine Postfiliale in Gartenstadt zu haben“, sagt Kundin Gisela Bernards, die gerade einen Brief abgegeben hat.

Zwei Monate lang mussten die Gartenstädter auf diesen Service am Insterburger Platz 1 verzichten. Denn Anfang Februar verschwand die integrierte Postfiliale von heute auf morgen aus dem damaligen „Krefelder Marktplatz“ — einfach so, ganz ohne Vorwarnung. Für den Stadtteil „eine kleine Katastrophe“ wie es Stephan Goerlich, erster Vorsitzender des Bürgervereins Gartenstadt, damals kommentierte (die WZ berichtete).

Doch nun ist die heile Post-Welt in Gartenstadt wiederhergestellt. Petra Richthammer hat den Laden im April übernommen. Der Insterburger Platz ohne eine Postfiliale? Für die Gartenstädterin keine Option. Als sie in ihrem Urlaub auf Teneriffa ist, bekommt sie über Facebook eine Nachricht von Marina Menzel, einer ehemaligen Mitarbeiterin des „Krefelder Marktplatzes“, die sie über die Situation vor Ort informiert.

„Das geht nicht“, denkt sich Richthammer, die einen Esoterik-Onlineversandhandel betreibt und schon jahrelang als Stammkundin in der Filiale ein- und ausging. Sie weiß, wie nötig die Gartenstädter eine Post haben. „Wir haben hier viele ältere Menschen, die nicht mobil sind“, sagt sie. So sei die nächste integrierte Filiale in Bockum, und in Uerdingen müssten die Kunden immer mal wieder fürchten, dass die Post an der Von-Brempt-Straße einfach „bis auf Weiteres“ geschlossen hat. Also schmiedet die 47-Jährige einen Plan. Sie hat ein Onlinegeschäft, braucht Platz für ihre Waren und eine Postfiliale, wo sie alles verschicken oder abholen kann — warum also nicht einfach selbst einen derartigen Service anbieten und gleichzeitig die eigenen Waren anbieten? Gesagt, getan.

Richthammer leitet alles in die Wege und fragt die ehemalige Mitarbeiterin von Till Kleinberg, Marina Menzel und Svenja Osterhaus, ob diese sie nicht unterstützen möchten. Sie möchten und sind seit Anfang April Teil von „Team Petra“. „Bessere Mitarbeiterinnen kann man sich nicht wünschen“, sagt die Chefin und schwärmt von den „alten, neuen Hasen“. Als Neuling hätte man halt noch nicht den Überblick über alles, daher sei es für sie gut, sich auf kompetente Hilfe verlassen zu können.

Die Anwohner freut Richthammers Einsatz für ihren Stadtteil auf jeden Fall. Sie betreten „Petras Postshop“ gut gelaunt, scherzen mit den Mitarbeiterinnen und plaudern ein wenig. Für sie ist es ein Segen, wieder eine Filiale vor Ort zu haben. Und das sagen sie Richthammer bei jeder Gelegenheit — das freut die Inhaberin. „So viel Unterstützung und Rückhalt zu bekommen, fühlt sich schon toll an“, sagt sie, während der nächste Kunde den Laden betritt. Und das bedeutet wieder: gute Laune, scherzen, plaudern.