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Ganz schön robuste Fahrweise

Ganz schön robuste Fahrweise

W.Zettis Kollegin hat sich neulich über die Krefelder Autofahrer beklagt und darüber, dass sie mehrmals geschnitten und ihr die Vorfahrt genommen wurde. Sie kam, wie auch ich, letztes Jahr aus dem beschaulichen Eifel-/Moselraum ins Rheinland.

Und ich muss ihr leider Recht geben: Hier kommt nur durch, wer sich an der für uns Landeier gewöhnungsbedürftigen Fahrweise orientiert und es zumindest versucht, gleich zu tun.

So viel Hektik sind wir nicht gewohnt, und ich gebe es zu. Zum Glück habe ich mein altes Nummernschild behalten, und mein vorsichtiges Fahrverhalten wird oft nur mit einem mitleidigen Nicken entschuldigt. Den bösen Finger habe ich auch schon gesehen, und ungeduldiges Hupen vor der Ampel — auch wenn sie gerade erst auf Orange gesprungen ist — ist keine Seltenheit! Das ist Großstadtleben.

Aber, dass Geduld doch eine schöne Tugend ist, habe ich vor Kurzem gemerkt, als ich mal wieder auf dem Weg in die Eifel war. An der Kreuzung Blumentalstraße/Nassauer Ring hatte ich es mit einem extrem ungeduldigen „Hintermann“ zu tun. Vor mir war ein Fahrschulauto. Die Ampel wechselte auf Grün. Es tat sich nichts. Ich konnte förmlich spüren, wie nervös die Fahrschülerin wurde und das Auto gar nicht mehr anbekam.

Hinter mir sofort mehrmaliges Hupen. Der Fahrer wechselte auf die andere Spur und fuhr wild gestikulierend an uns vorbei. Dabei hätte er fast einen Zusammenstoß mit einem anderen Fahrzeug verursacht. Als ich dann etwas später auf der A57, Höhe Geismühle, unterwegs war, konnte ich mir ein Grinsen nicht verkneifen: Im stockendem Verkehr stand ich plötzlich wieder neben dem ungeduldigen und mittlerweile noch grimmiger dreinschauenden Autofahrer und dachte nur: Man kann auch wesentlich entspannter ans Ziel kommen.

Denn, wie sagte einst Konfuzius: „Ist man in den kleinen Dingen nicht geduldig, bringt man die großen Vorhaben zum Scheitern.“