Für Trainer Marco Sturm ist Krefeld die letzte Station

Deutschland Cup : Abschiedsfotos für Marco Sturm

Für den 40-Jährigen ist Krefeld die letzte Reise als Bundestrainer. Sinan Akdag kann sich Rückkehr vorstellen.

Blitzlichtgewitter statt Torsirene. Für die Eishockeyspieler der deutschen Nationalmannschaft wurde der spielfreie Freitag kurzerhand zur Marketing- und Trainingssession. Die rund 70 Besucher im König-Palast dürfen Mäuschen spielen, als am Nachmittag Mannschafts- und Werbefotos auf der Eisfläche an der Westparkstraße geschossen wurden. Es sind besondere Bilder, immerhin posiert Nationaltrainer Marco Sturm zum wahrscheinlich letzten Mal auf einem offiziellen Foto im Kreis seines Teams.

Marco Sturm hat noch
keine Lust auf Abschied

Von Abschied ist beim Trainer, der die Nationalmannschaft Richtung NHL verlässt, aber noch nicht viel zu spüren. Nach dem offiziellen Teil auf dem Eis packt der 40-Jähriger noch selbst mit an, um die für das Fotoshooting aufgestellten Bänke hinter die Banden zu befördern. Es folgt eine intensive Trainingseinheit, immer wieder unterbrochen von Taktikschulungen.

Ganz klar, Sturm und sein Team haben noch ein Ziel bei diesem Turnier. Nach der unglücklichen 3:4-Niederlage gegen Russland zum Auftakt sollen jetzt in den Duellen mit der Schweiz (Sa., 13.30 Uhr) und der Slowakei (So., 14.30 Uhr) Siege her. Über 10 000 Zuschauer werden am Wochenende im König-Palast erwartet.

Einer von ihnen ist der kleine Henry. Der Sohn von Nationalspieler Daniel Pietta hat seine Trikotsammlung bereits am Donnerstag ausgeweitet. Sein Name ziert natürlich die Schulter seines neuen Shirts. Er muss da allerdings noch ein bisschen rein wachsen ins Trikot mit dem Adler, meint der Vater. „Es ist ihm etwas groß“, sagt Pietta nach der gelungenen Premiere des Deutschland-Cup in Krefeld.

Während der Spross noch den Dress ausfüllen muss, passte dem Papa selbiger mit dem Adler auf der Brust vorzüglich. So hielt sich auch Piettas Ärger über die 3:4-Niederalge in der Verlängerung gegen Russland in Grenzen. „Wir haben gut gespielt, haben viele Cancen gehabt – vor allem dafür, dass wir kaum mal zusammengespielt und nur einmal trainiert haben.“

Sinan Akdag liebt es,
in Krefeld zu spielen

Pietta bildete mit dem Ex-Krefelder Marcel Noebels und dem zweifachen Torschützen Leonhard Pföderl die zweite Sturmreihe. Und hofft nun am Samstag auf einen Sieg gegen die Schweiz. „Wir müssen konzentriert spielen“, sagt Pietta, der den Unterschied zwischen Pinguinen und Nationalteam nicht zu hoch hängen möchte. „Wir sind hier auch Heimteam, daher ist es vom Gefühl nicht viel anders. Gleichwohl seien natürlich Tempo und Taktik auf einem anderen Niveau.

Sinan Akdag freute sich sichtlich wieder mal in Krefeld zu sein. „Ich liebe es, hier zu spielen“, sagte der ehemalige Pinguin. Er habe noch einige Kontakte nach Krefeld und könne sich auch vorstellen, nach der Karriere nach Krefeld zurück zu kommen. „Immerhin kommt meine Frau aus Mönchengladbach.“ Heimat ist halt nicht überall. Das Team vom König-Palast hat am Freitag erstmals seit Turnierbeginn Zeit, ein bisschen durchzuatmen. „Es läuft alles nach Plan, die Abstimmung mit allen Beteiligten funktioniert super“, erklärt Hallenmanagerin Inge Klaßen. Eishockey sei auch hinter den Kulissen ein fast familiärer Sport. „Man kennt sich und das macht die Zusammenarbeit natürlich einfacher.“