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Für drei Krefelder beginnt in 2019 etwas Neues

Neuanfang : Drei Krefelder erzählen von ihren Neuanfängen im neuen Jahr

WZ-Redakteure Steffen Hoss und Monika Pradelok stellen werdende Mutter, Sterne-Koch und treue KFC-Fans vor.

Eine junge Familie im Baby-Glück

Für Sabine Sallwey, Leiterin einer Kita in Meerbusch, und ihren Lebensgefährten Simon Brüggemann, Servicetechniker, hält das Jahr 2019 einen kleinen Neuanfang bereit, wenn nicht sogar ein kleines Abenteuer: Im April soll ihr erstes Kind zur Welt kommen. Ein Junge, wie Sallwey erzählt. In dem Babyzimmer ist schon alles eingerichtet, „nur der letzte Schliff fehlt noch“, sagt die 31-Jährige und fummelt an einer kleinen Lichterkette herum, die einfach nicht hängen bleiben will. „Das bekomm’ ich noch hin“, murmelt sie entschlossen.

Auf den Regalen stehen Bilderrahmen, die auf die ersten Babyfotos warten oder aber schon einen Willkommensgruß für den Zuwachs bereithalten: Lieblingsmensch. An den Wänden ragen graue Berge mit Schneekuppen in die Höh’, eine Kuscheldecke mit Alpacas liegt auf dem Kinderbettchen – von Sallweys Mutter genäht – und die ersten Kuschelanzüge hängen an den Schränken. „Die habe ich gemacht“, erzählt sie stolz. „Eigentlich kann das Baby jetzt schon kommen“, witzelt die werdende Mutter und schaut sich zufrieden in dem Zimmer um. Sie habe es bewusst in neutralen Farbtönen wie Grün, Grau oder Weiß gehalten, sagt sie und zuppelt wieder an der Lichterkette.

Sie kann sich noch genau an den Tag erinnern, als sie den Schwangerschaftstest gemacht hat. „Ich habe einen sehr regelmäßigen Zyklus. Auf den konnte ich mich immer verlassen. Doch als ich ein paar Tage drüber war, machte ich mir Gedanken und daraufhin einen Test“, erinnert sie sich. Der war positiv.

„Simon wollte mir erst nicht glauben, als ich es ihm sagte. Wir hatten uns zwar mit dem Thema Familienplanung beschäftigt und darüber gesprochen, allerdings wollten wir uns noch ein bisschen Zeit lassen. Deshalb waren wir ziemlich baff, als alles doch nun schneller ging als geplant“, sagt sie und streichelt ihren runden Bauch. Sei’s drum. Pläne können umgeschmiedet werden. „Wir haben viel geredet, uns informiert – man wird ja mit einer Schwangerschaft nicht alleine gelassen – und einen Plan ausgetüftelt“, zählt die Erzieherin auf. Das Abenteuer „Baby“ kann also kommen.

Währenddessen versucht ihre Hündin Kiwi das Babyzimmer zu betreten. „Ab“, sagt Sallwey bestimmt. Kiwi gibt einen enttäuschten Laut von sich und dackelt mit ihrem Spielzeug im Maul davon. Angst, dass ihre zwei Hunde mit dem Nachwuchs überhaupt nicht klarkommen, hat sie nicht. „Wir gewöhnen Kiwi und Crash bereits an das Baby. So kennen sie schon den Kinderwagen mit dem wir dann im nächsten Jahr lange ausgedehnte Spaziergänge machen werden“, sagt sie freudig.

Überhaupt scheinen Sallwey und ihr Freund schon einige Pläne mit ihrem Kleinen zu haben. Schließlich sind die beiden passionierte Aktiv-Urlauber und können es kaum erwarten, mit dem Kind etwas zu unternehmen. Wie das heißen soll, wissen die werdenden Eltern übrigens noch nicht. „Das ist ein kleines Streitthema, denn mir gefallen so einige Namen nicht“, sagt die 31-Jährige. „Der Name begleitet einen das ganze Leben, deshalb ist das eine sehr wichtige Entscheidung. Wir wollen das Kind ja nicht unglücklich machen.“

Vielleicht, wenn sie den Kleinen nach der Geburt in ihren Armen hält, fällt den beiden glücklichen Eltern im Kreißsaal ein passender Name ein.

Ein Gault-Millau-Träger bringt seine Hauben nach Bockum

Was die Oscars für Schauspieler sind, ist der Gault-Millau oder der Michelin für Köche. Mit ersterem kann Günter Rönner aufwarten, der im nächsten Jahr mit seinem Restaurant „Pur – Essen & Trinken“ einen Neuanfang in Krefeld wagt. Bis vor kurzem hatte der Koch in Duisburg im Hotel-Restaurant Akazienhof Gerichte kredenzt, wo er vom Gault-Millau, einem renommierten Restaurantführer, für seine Kreationen 16 von 19,5 möglichen Punkten bekommen hat. Die Hauben bringt er natürlich nach Krefeld mit und kreiert ab März dann verschiedene Kulturen in seiner Küche. Übrigens: Rönner ist durch das internationale Gourmet-Magazin „Feinschmecker” mit 3 ½ „F” ausgezeichnet und befindet sich in dieser Auswertung unter den Top 50 in Deutschland.

Der gebürtige Wiesbadener hat bundesweit in renommierten Restaurants gekocht, darunter das „Le Marron“ (1 Sterne Michelin) in Bonn und das „Da Gianni“ (2 Sterne Michelin) in Mannheim.

Pur – Essen & Trinken
Roonstraße 1 / Ecke Uerdinger Straße

Tel.: 02151-6223415 (aktiv ab 18. Februar 2019)

E-Mail: info@pur-krefeld.de

Ein besonderer Fußballtraum
aus Gold

Der KFC Uerdingen verkauft seit Anfang 2017 lebenslange Dauerkarten. Fan Christian Frohwerk erfüllt sich jetzt einen Lebenstraum.

Das Weihnachtsgeld hat Christian Frohwerk bewusst zur Seite gelegt. Keine unnötigen Geschenke. Ein Großteil des für 2019 geplanten Urlaubs ist auch gestrichen. „Ich folge einem strikten Sparplan“, sagt der Krefelder. Denn Christian Frohwerk hat einen Traum, den er sich Anfang Januar erfüllen will und wird. „Ich werde mir die lebenslange Dauerkarte beim KFC Uerdingen zulegen“, sagt er stolz.

1905 Euro - gemäß dem Gründungsjahr des Vereins - sind für das goldene Stück Plastik fällig, dass dem Besitzer erlaubt, alle Heimspiele seines Lieblingsvereins zu besuchen – lebenslang und unabhängig von der Ligazugehörigkeit. 111 dieser besonderen Eintrittskarten hatte der KFC Uerdingen anlässlich seines 111. Geburtstags vor zwei Jahren herausgegeben.

Seit Anfang 2017 haben sich laut Jan Filipzik rund 80 Personen eine der goldenen Karten gesichert. „Nach dem Aufstieg in die 3. Liga gab es noch mal eine erhöhte Nachfrage“, sagt der KFC-Pressesprecher. Es seien aber auch bereits Fans dabei gewesen, die sich Anfang 2017 die Karte gesichert hätten, als der KFC noch um den Aufstieg in die Regionalliga spielte. Nur kurze Zeit später griff auch Daniel Staude zu. „Ich habe damals nicht lange überlegt, ich bin bei jedem Spiel im Stadion und habe mir diesen Wunsch deshalb damals erfüllt“, sagt er. Die Reaktionen sei damals sehr gemischt gewesen, lacht er. „Viele verstehen es, andere finden es bekloppt. 1905 Euro sind auch eine Hausnummer.“

Auch Christian Frohwerk musste einen regelrechten Sparplan anlegen, um das Geld für den Traum von der lebenslangen Dauerkarte zusammen zubekommen. „Eine halbes Jahr habe ich an allem gespart, was verzichtbar war“, berichtet der KFC-Fan. Anfang Januar soll es nun soweit sein. „Ich habe bereits Kontakt zur Geschäftsstelle aufgenommen, man erwartet mich quasi schon“, erzählt Frohwerk grinsend.

Dann muss sich der Anhänger der Blau-Roten keine Gedanken mehr über Bestelltermine für Heimspieltickets machen – ein Leben lang. „Die Karte hat auch etwas von einem Prestigeobjekt, ein Beweis, wie sehr man zu seinem Verein steht.“ Ähnlich sieht das auch Daniel Staude. „Diese Karte drückt die Verbundenheit zum KFC aus.“

Abseits aller Fußballromantik haben die beiden KFC-Anhänger jedoch auch gerechnet. Je nachdem, wie der KFC sich sportlich in den kommenden Jahren weiter entwickelt, soll sich die Dauerkarte in 15 bis 18 Jahren auch finanziell ausgezahlt haben.