Früherer Krefelder Azubi Philip Noortwyck ist ein Technik-Ass

Ausbildung : Der Technik-Versteher Philip Noortwyck

In Krefeld machte der 21-Jährige seine Ausbildung zum KFZ-Mechatroniker und wurde als zweitbester des Landes ausgezeichnet.

Schon als Kind hat sich Philip Noortwyck sehr für Autos interessiert. Marken und Modelle hielt er problemlos auseinander. Sein Vater war Kfz-Mechatroniker. Die Leidenschaft ging nahtlos auf den Filius über. Später wollte der Sohn die Technik dahinter besser verstehen. Das Interesse an Fahrzeugen und ihrer Verfasstheit ließ ihn nicht mehr los. Dass er damit aus der Menge herausragt, das hat er in diesem Jahr eindrucksvoll bewiesen. Noortwyck ist im Sommer als zweitbester Kfz-Mechatroniker in Arnsberg auf Landesebene ausgezeichnet worden. Zuvor hatte er den Leistungswettbewerb der Düsseldorfer Handwerkskammer gewonnen.

Er musste eingebaute Fehler
in einem Fahrzeug finden

Die Prüfungsvorbereitung hatte er bei der überbetrieblichen Ausbildung der Kfz-Innung in Krefeld absolviert. Leiter Wolfgang Mennen führte ihn durch die heiße Phase der Testphase. Es ging darum, eingebaute Fehler im Fahrzeug zu erkennen. Seine Ausbildung hatte er bei MAN Truck & Bus am Höffgeshofweg in Fischeln gemacht. Im vergangenen Winter schloss er diese mit Bestnoten ab. „Diese Auszeichnung ist für mich Gewissheit, dass meine Ausbilder mir Wissen vermitteln konnten, trotz des Lehrermangels im Kfz-Betrieb. Und dass man mit Eigeninitiative etwas erreichen kann“, sagt der 21-Jährige. „Es konnten ja schließlich nur die Innungsbesten in Arnsberg teilnehmen. Das war für mich eine schöne Sache.“

Dabei war der Weg zu einem der angesehensten Gesellen des Landes nicht frei von Hindernissen. Der gebürtige Düsseldorfer begann vor wenigen Jahren bei der Hans Warner GmbH in Langenfeld seine Ausbildung zum Landmaschinen-Mechatroniker. Doch es lief für beide Seiten nicht zufriedenstellend. Man trennte sich „in beiderseitigem Einvernehmen“, wie Thomas Schmidt, Kundendienstleiter von Hans Warner, sagt. Die Leistungen stimmten nicht, die Richtung auch nicht. Noortwyck spricht von „Unstimmigkeiten“ in dieser Zeit. Er jobbte zunächst in einem Supermarkt, dann versuchte er sein Glück bei MAN Truck in Krefeld — und startete durch. Als Jahrgangsbester beendet er die Lehre, doch Noortwyck wurde nicht übernommen. Und wie die Geschichte es so will, kehrte er zu Hans Warner nach Langenfeld zurück.

Diesmal stimmte alles, diesmal lief alles rund. „Vielleicht brauchte er mal einen Denkzettel. Beide Seiten sind jetzt sehr zufrieden. Wir sind sehr froh, dass er bei uns ist. Den mittelständischen Unternehmen mangelt es ja an gutem Fachpersonal“, sagt Thomas Schmidt über seinen bekannten Mitarbeiter. Noortwyck bringe Elan mit, den man bei längst nicht jedem sehe: „Er kniet sich rein. Er will sich entwickeln, er will mehr, er engagiert sich und zeigt Interesse.“ Die Auszeichnung? „Wir sind stolz diesen Mitarbeiter zu haben“, sagt der Kundendienstleiter.

Noortwyck bringt nicht nur Eifer mit. Es ist vor allem sein technisches Verständnis, das heraussticht. Für die Firma arbeitet er jedoch heute in der Sparte Erdbewegungen. Er hat es nun mit Baumaschinen im Bereich Tiefbau zu tun, nicht mehr mit Lkw wie zu Zeiten seiner Lehre, doch das stört den 21-Jährige nicht: „Die Hydraulik funktioniert genauso. Man muss sich etwas hineindenken, hineinlesen. Man lernt in diesem Beruf eben auch viel durch Erfahrung“, sagt er.

Die Umstellung sei für ihn kein Problem gewesen, sagt der Mechatroniker. Noortwyck fühlt sich bei seiner Tätigkeit wohl, er sieht in seinem Bereich mehr persönliche Möglichkeiten als noch in seiner Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker: Er will technische Probleme beheben, nicht nur erkennen: „Ich will nicht nur kaputte Teile austauschen, sondern verstehen, was die Hintergründe sind. Ich möchte überlegen, wie ich das Ding wieder zum Laufen kriege.“

Noch bis zum Jahresende ist er auf einer Außenstelle in Niederzier bei Düren tätig. Auf den Baustellen ist er viel unterwegs.

„Reparieren, basteln, schauen, was man macht“, sagt Noortwyck. Dann ist der 21-Jährige ganz in seinem Element. Es müssen ja nicht immer nur Autos sein, die er vor Augen hat.