Meinung : Frischer Wind aus Linn

Meinung : Frischer Wind aus Linn

Jennifer Morscheiser ist seit August 2016 Museumsleiterin auf Burg Linn. Seitdem hat die promovierte Archäologin mit ihrer quirligen Art viel frischen Wind in die historischen Mauern gebracht. Moderne Präsentationsformen, die sich ausdrücklich auch an junge Besucherschichten richten, die mit Geschichte und Archäologie bisher wenig an der Mütze hatten, sind unter ihrer Leitung selbstverständlich geworden.

Dazu zählt zum Beispiel der Einsatz von virtueller Realität. Aktuell kann etwa in der Ausstellung „Von der Lochkarte in die Cloud“ in „Space Books“ geblättert werden, die wie von Zauberhand Bilder, Geräusche und Musik erscheinen lassen.

Folgerichtig hat sich Jennifer Morscheiser nun vorgenommen, einen versteckten archäologischen Schatz der Stadt Krefeld zu heben: Gelduba und sein Umfeld waren über Jahrhunderte ein wichtiger Siedlungspunkt und eine umkämpfte Befestigung am römischen Limes. Doch am heutigen Hafen ist davon wenig zu spüren. Es ist deshalb lange überfällig, dass die Bedeutung dieses Ortes angemessen hervorgehoben wird. Auch außerhalb des Museums sorgt Jennifer Morscheiser damit für frischen Wind.

werner.dohmen@wz.de

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