Freie Wählergruppen wollen am Freitag fusionieren

Freie Wählergruppen wollen am Freitag fusionieren

Der Krefelder Kreis, die Krefelder Wählergemeinschaft und die Krefelder Bürgerpolitik haben ihre Mitglieder eingeladen.

Krefeld. "Nein", sagt Ralf Krings, "ein Geheimtreffen ist das nicht, aber wir möchten unter uns bleiben." Der Fraktionsvorsitzende der Rats-Gruppierung "Unabhängige Wähler Gemeinschaft - Freie Wähler" (UWG-FW) meint damit eine Fusionsversammlung, zu der Krefelder Kreis (KK), Krefelder Bürgerpolitik (KB) und die Krefelder Wählergemeinschaft (KWG) ihre Mitglieder am kommenden Freitag in den Niederrheinischen Hof eingeladen haben. Eine offizielle Presseinformation hatte es dazu bisher nicht gegeben.

Nach einem seit Jahren andauernden Kleinkrieg zwischen den drei Gruppierungen KK, KB und KWG können die rund 300 Mitglieder der Gruppierungen am Freitag das nachvollziehen, was im Internet und im Stadtrat schon Wirklichkeit ist. Im Netz ist zu lesen: "Willkommen bei der Fraktion UWG Freie Wähler. Die UWG Fraktion ist der Zusammenschluss der drei Krefelder Wählervereinigungen KK, KWG und KB".

Der Zusammenschluss der drei Ratsherren Edgar Pasch (KK), Ralf Krings (KWG) und Frank Lippke (KB) zur UWG-FW war nach der Kommunalwahl erst nach zähen Verhandlungen und Protesten innerhalb der Gruppierungen erfolgt. Vor allem Edgar Pasch und Frank Lippke taten sich nach Streitereien innerhalb der KK vor einigen Jahren schwer mit einer Zusammenarbeit. Der Zusammenschluss im Stadtrat soll auf Druck des CDU-Fraktionsvorsitzenden Wilfrid Fabel zustande gekommen sein.

Über den Ausgang der Beratungen im Hotel an der Hülser Straße will sich Ralf Krings allerdings nicht festlegen. "Wir kennen uns untereinander ja fast nicht. Der Abend ist auch zum Beschnüffeln gedacht. Ob es letztlich tatsächlich zur Fusion kommt, das hängt vom Willen der Mitglieder ab." Sicher sei dies wirklich noch nicht.

"Wir dürfen nicht vergessen, dass wir drei konkurrierende Gruppen sind." Zum Näherkommen mag beitragen, dass die Teilnehmer zu einem gemeinsamen Essen vom Buffet auf Kosten der neuen Gruppierung eingeladen sind. Aber: "Getränke sind selbst zu bezahlen."

In der Tat wäre es gewagt, einen Erfolg durch die angestrebten Fusion vorauszusagen. Noch vor etwas mehr als einem Jahr hatten sich die Gruppen heftig um die Beanspruchung des Titels "Freie Wähler" gestritten. Ende 2008 hatte der FW-Landesverband die Bezeichnung an den Krefelder Kreis um Wilfried Lattrich (früher FDP) vergeben.

Die Bürgerpolitik von Ex-CDU-Ratherr Andreas Drabben und Frank Lippke musste ebenso wie Krings KWG unter Androhung von 50\.000 Euro Strafe den Begriff "Freie-Wähler" aus den Logos ihrer Gruppierungen entfernen.

Mehr von Westdeutsche Zeitung