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Frank Meyer liegt bei der OB-Wahl deutlich vorne –  Stichwahl mit Jensen

OB-Wahl : Frank Meyer liegt bei der OB-Wahl deutlich vorne – Stichwahl mit Jensen

Der SPD-Amtsinhaber hat für die Stichwahl in zwei Wochen die beste Ausgangsposition. Der Grüne Thorsten Hansen ist enttäuscht.

Der Sieger des Abends heißt Frank Meyer (SPD): Der Amtsinhaber landet mit deutlichem Vorsprung vor seinen acht Konkurrenten bei der Wahl um das Amt des Krefelder Oberbürgermeisters. Um 23.12 Uhr sind endlich alle 186 Stimmbezirke ausgezählt. Meyer liegt mit 43,37 Prozent der Stimmen vorne, holt aber ein etwas schlechteres Ergebnis als  2015 (45,03). Kerstin Jensen mit 27,57 Prozent hat er trotzdem deutlich abgehängt. Bei der Stichwahl in zwei Wochen wird die CDU-Kandidatin zeigen müssen, ob sie diesen großen Rückstand noch aufholen kann.

Meyer spricht von „tollem Rückenwind“ für die Stichwahl

„Für die Krefelder SPD ist das ein starkes Ergebnis“, hält Frank Meyer fest, der sich mit seinen Parteifreunden in der Brauerei Gleumes versammelt hat. Sein Sieg am heutigen Abend sei natürlich ein „toller Rückenwind“ für die Stichwahl am 27. September. Aber gewonnen sei diese noch lange nicht.

Bei der CDU ist um kurz nach 19 Uhr die Erleichterung groß: Es reicht für die Stichwahl, die Zahlen der Grünen liegen hinter den Erwartungen. „Dann geben wir noch mal richtig Gas“, sagt CDU-Fraktionschef Philibert Reuters.

Oberbürgermeister Frank Meyer gönnte sich ein Bier nach den ersten Ergebnissen der Wahl. Er geht in zwei Wochen in die Stichwahl gegen Kerstin Jensen (CDU).  Foto: ja/Dirk Jochmann (DJ)

Klar ist allerdings auch, dass die CDU-Kandidatin im Vergleich zur OB-Wahl im September 2015 ein deutlich schlechteres Resultat geholt hat. Damals ging CDU-Mann Peter Vermeulen mit 35,1 Prozent aus dem ersten Wahlgang hervor. Bei der Stichwahl hatte er gegen Frank Meyer dann keine Chance, kam auf gerade mal 36,15 Prozent – während Meyer mit 63,85 Prozent souveräner Sieger wurde.

Bei der CDU ist man
zufrieden mit dem Ergebnis

CDU-Parteichef Marc Blondin ist dennoch „voll zufrieden“ mit dem Wahlergebnis. „Über 30 Prozent zu liegen, gibt Auftrieb für die Stichwahl in zwei Wochen. Kerstin Jensen hat aus meiner Sicht gute Chancen, Amtsinhaber Frank Meyer zu schlagen. Es freut uns auch sehr, dass Kerstin Jensen mit großem Vorsprung vor Thorsten Hansen bei der OB-Wahl Platz 2 belegt hat.“

Richtig sei aber auch, dass die CDU bei der Ratswahl „kein Superergebnis“ geschafft habe. „Wir haben uns schon etwas mehr ausgerechnet.“ Am Ende kommen CDU und SPD jeweils auf 17 Sitze.  

Applaus bei den Grünen: Heidi Matthias und Thorsten Hansen (v.l.) im Kreis ihrer Parteifreunde. Foto: ja/Dirk Jochmann (DJ)

Über die mögliche Strategie für die OB-Stichwahl wird bald gesprochen. „Wir bieten allen Seiten Gespräche an“, berichtet Frank Meyer.  Das SPD-Ergebnis der Ratswahl sei im Landestrend „hervorragend“.

Hansen hatte sich vor der Wahl ausgerechnet, in die Stichwahl kommen zu können, verfehlt dieses Ziel aber deutlich: Mit 15,38 Prozent legt er am Ende im Vergleich zu 2015 kaum zu. „Meyer hat die Kohlen für die SPD aus dem Feuer geholt“, lautet sein Fazit. Fraktionsvorsitzende Heidi Matthias bescheinigte ihm einen sehr engagierten und überzeugenden Wahlkampf. Das Ergebnis  sei enttäuschend. Dennoch zeigte sich Hansen als fairer Verlierer und gratulierte schon vor Endauszählungen OB Meyer und seiner Kontrahentin zum Wahlergebnis.

Dennoch ist der Jubel bei der Bundestagsabgeordneten Ulle Schauws und den Krefelder Grünen groß, dass sie ihr Ergebnis auf Landes- wie auch auf Kommunalebene soweit verbessern konnten. „Wir sind die Gewinner des Abends“, sagte Schauws.

Die Kandidaten der kleinen Parteien spielen am Wahlabend keine große Rolle. Mit Unbehagen vielfach registriert, dass AfD-Mann Martin Vincentz mit 5,04 Prozent noch vor Joachim C. Heitmann von der FDP (4,31) landet. 

Obwohl die FDP sich mit der AfD auch bei der Stadtratswahl ein enges Rennen lieferte, gibt sie sich zufrieden. Kreis-  und Fraktionschef Joachim Heitmann: „Es ist uns voraussichtlich gelungen, unseren Stimmenanteil von 2014 ungefähr stabil zu halten. Wir liegen zudem deutlich über dem NRW-Landesdurchschnitt. Das ist ein gutes Zeichen und zeigt, dass die FDP in Krefeld, auch in Zeiten einer schwierigen bundespolitischen Ausgangslage, eine verlässliche Basis hat.“

Und was machen die übrigen Kandidaten? Richard Jansen (Partei) kommt auf 1,87  Prozent, Salih Tahusoglu (wir) auf knapp über ein Prozent. Knapp dahinter liegt Andreas Drabben (UWG) – Schlusslicht ist Peter Lommes (DKP).

Die Wahlbeteilung liegt bei 46,56 Prozent. Das ist immerhin klar mehr als 2015. Da waren es 38,48 Prozent.