Forstwald soll mit Fördergeld "Ort der Heimat" werden

NATUR : Forstwald wird „Ort der Heimat“

Politik unterstützt Helmut Sallmann darin, die Kulturlandschaft aufzuwerten. Bürgerverein bereitet Projekte vor.

Wenn es um den Krefelder Forstwald geht, dann ist Helmut Sallmann ein unermüdlicher Trommler. Als Autor hat er gerade erst die zweite Auflage seines Buchs „Die historische Kulturlandschaft Forstwald mit ihren Bodendenkmälern“ veröffentlicht (die WZ berichtete). Doch Sallmann möchte noch mehr für „seinen“ Forstwald tun, als Forschungen zu dessen Geschichte zu betreiben und Bücher darüber zu schreiben: Auf seine Anregung hin hat die Bezirksvertretung West kürzlich einstimmig einen CDU-Antrag befürwortet, wonach der Forstwald als „Ort der Heimat“ weiterentwickelt werden soll. „Das ist eine einmalige Chance, das Gebiet wieder in Wert zu setzen“, betonte der 80-Jährige, dem in der Bezirksvertretung Rederecht eingeräumt wurde.

Projekte ab 100 000 Euro können vom Land gefördert werden

Die schwarz-gelbe Landesregierung hatte im vergangenen Jahr das Förderprogramms „Heimat.Zukunft.Nordrhein-Westfalen“ aufgelegt, zu dem der Baustein „Heimat-Zeugnis“ gehört. Hier steht die „Schaffung und Bewahrung von in herausragender Weise die lokale und regionale Geschichte prägender Bauwerke, Gebäude oder entsprechender Orte in der freien Natur“ im Fokus, wie es etwas sperrig in den Richtlinien heißt. Projekte mit einem Volumen ab 100 000 Euro können mit maximal 90 Prozent (Private) bzw. 80 Prozent (Kommunen) unterstützt werden. Antragsberechtigt sind Gemeinden und Gemeindeverbände sowie private und gemeinnützige Organisationen. Erstmals können Fördergelder in diesem Jahr beantragt werden.

Wie Hans-Josef Ruhland für die CDU in der Bezirksvertretung ausführte, bestehe über diese Förderung die Möglichkeit, den Forstwald als Kulturlandschaft aufzuwerten und im Sinne der Fördergrundsätze als historischen Ort wieder herzurichten. Diese Pläne könnte man laut CDU in die Vision „Euroga2000+“ einbinden. Voraussetzung: Es müsse konkrete Projekte geben, die dazu passen. Diese können nach dem positiven Beschluss der Bezirksvertretung nun entwickelt werden.

Das Landschaftsschutzgebiet des Forstwaldes wird nach Ansicht von Helmut Sallmann derzeit nicht so sehr als Kulturlandschaft, sondern vielmehr als beliebtes Freizeitareal für Krefelder, aber auch Willicher, Anrather und St. Töniser angesehen. Die Tatsache, dass es sich hier um eine Kulturlandschaft handelt, die in 700 Jahren gewachsen ist, sei vielen dabei gar nicht bewusst, so Sallmann. Dabei seien die geschichtlichen Epochen seit dem ausgehenden Mittelalter noch als Bodendenkmäler sichtbar.

Der Landschaftsverband Rheinland (LVR) hat sieben solcher Bodenstrukturen der Stadt Krefeld zum Eintrag in die Denkmalliste übergeben. Das älteste Bodendenkmal ist die Landwehr. Dieses System aus Wällen und Gräben trennte einst das Herzogtum Kleve und das Kurfürstentum Köln.

„Dieses kulturelle Erbe gilt es zu erhalten“, betont Helmut Sallmann. Naherholung und die Bewahrung der Historie schlössen sich dabei nicht aus, wie an anderen Orten vielfach belegt sei. Auch in einem mehrseitigen Beitrag im jüngsten Krefelder Jahrbuch „Die Heimat“ hatte Sallmann darüber vor kurzem berichtet. Darin setzt sich der Autor dafür ein, die verschiedenen Bodendenkmäler im Forstwald durch einen Archäologischen Pfad miteinander zu verbinden.

„Aus Sicht des Bürgervereins Forstwald erarbeite ich gerade ein Konzept weiterer möglicher Projekte“, berichtet Helmut Sallmann auf Nachfrage der WZ. Dazu gehören unter anderem die Sanierung der teils zerstörten Landwehr, die Aufforstung von Lücken in den historischen Alleen aus dem 19. Jahrhundert sowie eine Beschilderung an den drei großen Forstwald-Parkplätzen, auf denen Wege und Denkmäler erklärt werden. Der Bürgerverein werde dazu einen Förderantrag stellen, kündigt Helmut Sallmann an.