Flüchtlingsunterkunft: Flüchtling an Tbc erkrankt

Flüchtlingsunterkunft: Flüchtling an Tbc erkrankt

Der 27-jährige war in der Glockenspitzhalle untergekommen. Bisher keine weiteren Verdachtsfälle. Die Halle steht derzeit leer.

Krefeld. Ein an Lungentuberkulose erkrankter Flüchtling, der bis Ende vergangener Woche in der Glockenspitzhalle untergebracht war, befindet sich nach wie vor im Krankenhaus unter ärztlicher Beobachtung und Behandlung. Der 27-jährige Mann war am 23. Oktober in der Flüchtlingsunterkunft in der Halle an der Glockenspitz in Krefeld angekommen. Der Tbc-Verdacht hat sich dort am vergangenen Freitag nach entsprechenden Untersuchungen bestätigt.

Gesundheitsdezernent Thomas Visser verneint auf WZ-Anfrage weitere Verdachtsfälle beziehungsweise Tbc-Erkrankungen. Visser: „Die möglichen Kontaktpersonen des Erkrankten werden durch den Fachbereich Gesundheit ermittelt. Je nach Form des Kontaktes zum Patienten wird entschieden, ob bei diesen Personen eine Tuberkulosediagnostik und weitere Überwachung notwendig sind.“

Im Juni gab es bereits einen Tbc-Fall in Krefeld. Eine Betreuerin im Offnen Ganztag einer Schule war erkrankt. Alle Kinder und Kollegen, die Kontakt zu ihr hatten, mussten untersucht werden. Einen Monat später konnte der Fachbereich Gesundheit jedoch Entwarnung geben, da es sich um eine nicht ansteckende Variante der Erkrankung gehandelt hatte.

Die Sporthalle Glockenspitz steht derzeit leer. Die Halle dient als Notquartier des Landes NRW. Die dort untergebrachten mehr als 200 Flüchtlinge wurden am Montagmorgen in Bussen auf verschiedene Kommunen des Landes aufgeteilt. Dort, so erklärt die Teamleiterin der insgesamt 23 Betreuer des Duisburger Vereins ZOF, (siehe Kasten) beginne ihr Asylverfahren durch Mitarbeiter des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF).

Derzeit wird die Halle gereinigt und für die nächsten Flüchtlinge hergerichtet. Nach Aussage von Thomas Visser hat die Bezirksregierung Arnsberg, die in NRW für die zentrale Verteilung der Flüchtlinge zuständig ist, Bedarf bis mindestens Februar angemeldet. Visser: „Angesichts der Fernsehbilder, die wir täglich sehen, lässt sich ausrechnen, wie lange tatsächlich noch Bedarf an Unterbringungsmöglichkeiten besteht.“

Die junge Betreuerin, die seit sechs Monaten für ZOF tätig ist und anonym bleiben will, gibt keine Auskunft darüber, wann und mit wie vielen neuen Menschen zu rechnen sei. Auch die in einheitlichem Schwarz auftretenden Mitarbeiter des privaten Sicherheitsdienstes MTS sind zu keinen Auskünften bereit.

In der Regel wird die Halle in einem Rhythmus von zirka zwei Wochen neu belegt, erklärt Dezernent Thomas Visser. Dazwischen lägen einige Tage für die Reinigung und neue Ausstattung. Mit einer Neubelegung der Halle ist also in einigen Tagen zu rechnen. Zuständig für die Verteilung von Flüchtlingen ist die Bezirksregierung in Arnsberg. Deren Kollegen in Düsseldorf kümmern sich lediglich um die Bereitstellung von Unterkünften.

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