Fischelner Marienhof: Richtfest soll im Herbst sein

Fischeln : Marienhof: Richtfest soll im Herbst sein

70 Prozent der Wohnungen in dem ehemaligen Bunker in Fischeln sind bereits verkauft.

Die massiven Wände aus Stahlbeton künden von längst vergangenen, kriegerischen Zeiten. Noch erkennt man den Charakter eines Bunkers in dem Bauobjekt. Ein grauer Riese inmitten der ansonsten eher dörflich anmutenden Umgebung Fischelns, der sich bald in einen modernen Wohn- und Bürokomplex verwandeln wird. Der Rohbau ist im vollem Gange. Den Fortschritt kann man regelmäßig im Internet bei Instagram verfolgen. Es geht voran auf der Baustelle am Altmühlenfeld. Richtfest des Marienhofes Fischeln, wie die Immobilie einmal heißen wird, soll im Herbst dieses Jahres sein.

Zurzeit laufen die Roharbeiten im zweiten Obergeschoss innerhalb des entkernten Schutzbunkers. Die großen Öffnungen an den Seiten und in der Decke sind längst fertig, das erste Obergeschoss so gut wie vollendet. Im August soll das dritte Stockwerk folgen, im September dann das Dachgeschoss oberhalb der Bunkerdecke. „Wir sind sehr gut durchgekommen nach langer Planungsphase. Es gab keine bösen Überraschungen“, sagt Hendrik Hambloch, Geschäftsführer der Marienhof Fischeln GmbH. Ein Fischelner, 41 Jahre alt, der sich in der Gegend auskennt.

Die Arbeiten haben bereits
im Frühjahr 2018 begonnen

Diese Gesellschaft hatte sich 2016 gegründet und zusammen mit dem Planungsbüro Hambloch ein Revitalisierungskonzept für den Bunker entworfen. Wie konnte man aus dem längst mit Efeu überwachsenen Betonklotz im Fischelner Zentrum wieder etwas Ansprechendes machen? Im Frühjahr 2018 begannen die Arbeiten am Bunker, der am Rande des Marienplatzes sein tristes Dasein fristete. Im Mai vergangenen Jahres begannen dann die Sägearbeiten an der Hülle. Fertig soll der Wohn- und Bürokomplex im Herbst 2020 werden. Der Name Marienhof ist in Anlehnung an den benachbarten Marienplatz entstanden, der als historischer Ortskern mit der Mariensäule und Festplatz gilt.

70 Prozent der Wohnungen seien bereits verkauft, so Hambloch. Gewerbeflächen gibt es noch in den Größenordnungen von 70 bis 300 Quadratmetern. „Wir können noch individuelle Wünsche für verschiedene Bürokomplexe aufnehmen“, sagt der Bauingenieur Hambloch.

Die löchrige Fassade wird großen Fenstern Platz bieten. Das Gebäude wird sich nach außen öffnen. Das Gegenteil eines Bunkers, der aber im Neuen nicht ganz verschwinden soll, wie es Modellbilder zeigen. „Wir wollen das Gebäude nicht komplett verdrehen, sondern damit arbeiten“, sagt Hambloch. Die Außenwand des Bunkers wird man an einer Seite noch gut erkennen. „Die neu gedachte Architektur ergänzt und begreift das bestehende Bauwerk und schenkt ihm durch viele Details ein lichtdurchflutetes Ambiente“, heißt es auf der Homepage von Marienhof Fischeln. Ein Lichthof mit kleiner Gartenanlage, Sonnenterrassen, heller Fassade, Barrierefreiheit – damit wirbt die GmbH. Eine Tiefgarage wird in einem neuen Komplex angebaut. Auf der westlichen Seite seien die Arbeiten derweil schon abgeschlossen.

Die meiste Arbeit war nach Aussage des Bauingenieurs der nötige Tiefbau, da der Bunker nur zu einem Drittel unterkellert war. Zudem musste der Betonkomplex den heutigen Normen angepasst werden. „Er ging etwas aus dem Lot“, sagt Hambloch. So seien die Wände und Decken an manchen Stellen unterschiedlich dick gewesen. Während des Krieges hatte man den einzigen Zweck zu erfüllen gehabt: Hauptsache, es schützt vor den Luftangriffen. In Zukunft geht es im revitalisierten Marienhof darum, höchste Anforderungen an modernes Bauen und Wohnen zu erfüllen.