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Firmen sollen am Elfrather See ihre Feste feiern

Firmen sollen am Elfrather See ihre Feste feiern

Der Betreiber des Seaside Beach am Baldeneysee möchte in Krefeld investieren. Eilig hat es der Unternehmer aber nicht.

Krefeld. Mit Firmenfesten kennt Holger Walterscheid sich aus. „L’Oréal und Thyssen-Krupp waren schon bei uns“, erzählt der Unternehmer. „Die kommen zur Sommerparty mit 800 bis 1000 Leuten.“

Walterscheid betreibt seit sieben Jahren den Freizeitpark Seaside Beach am Baldeneysee in Essen. Und der 39-Jährige erwägt, einen ähnlichen Freizeitpark am Elfrather See zu errichten. Betriebsfeiern könnten die Basis des Geschäftes sein.

Im Seaside Beach empfängt Walterscheid pro Jahr zwischen 65 000 und 95 000 Besucher. Fast die Hälfte des Umsatzes in Höhe von einer Million Euro erwirtschaftet das Unternehmen mit Firmenfesten. „Das könnte in Krefeld auch klappen“, zeigt sich Walterscheid zuversichtlich.

Aufs Tempo drückt der Unternehmer allerdings nicht. Es habe erste Gespräche mit der Stadt gegeben, festgezurrt sei aber nichts. „Vielleicht eröffnen wir im nächsten Jahr. 2014 wäre aus unserer Sicht aber auch okay.“

Walterscheid agiert also völlig anders als Gerald Wagener. Der Chef der Krefelder Auric-Gruppe hatte im vergangenen Jahr Pläne für einen Freizeitpark am Elfrather See vorgelegt, die Verhandlungen mit der Stadt im Februar aber abgebrochen.

Wagener wollte seine Anlage spätestens im Frühsommer 2012 eröffnen. Die Stadt sah sich aber nicht in der Lage, die planungsrechtlichen Voraussetzungen so schnell zu schaffen. Zweiter Streitpunkt: die Pachthöhe. Krefeld verlangte ab 2017 jährlich 83 250 Euro. „Diese Summe lässt keinen kostendeckenden Betrieb zu“, urteilte Wagener. Er war bereit, 21 000 Euro jährlich zu zahlen.

In Sachen Pachthöhe liegt Walterscheid voll auf der Linie Wageners. Zum Start geht es am Elfrather See um 37 000 Quadratmeter Freizeit- und 7500 m2 Wasserfläche. Etwa 5000 Euro Pacht im Jahr seien dafür angemessen. „Wenn die Flächen zunehmen, steigt sicher auch die Pacht, aber 83 000 Euro sind deutlich überhöht“, sagt Walterscheid.

Am Baldeneysee bietet er seinen Gästen auf einer Fläche von 65 000 Quadratmetern neben dem Beach-Restaurant 250 Meter Sandstrand, Kletterpark, Surf- und Tauchschule, Minigolf-Anlage sowie eine Kanustation. Gerne hätte der Unternehmer in Essen auch Wasserski und Wakeboard im Angebot. „Da wir im Landschaftsschutzgebiet liegen, geht das aber nicht.“ In Krefeld wäre das anders.

Am Elfrather See könnten nach einer Vorlage der Verwaltung zudem per Ausnahmegenehmigung an elf Tagen im Jahr „lärmintensive Musikveranstaltungen“ bis 1 Uhr erlaubt werden, also auch große Konzerte.

Ob Walterscheid diese Möglichkeiten nutzen wird, lässt er offen. Soweit sei er mit seinen Überlegungen noch lange nicht.