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Feuer im Menschenaffenhaus: Was wir zum Brand im Zoo wissen und was nicht

Feuer im Menschenaffenhaus : Was wir zum Brand im Zoo wissen – und was nicht

Das Feuer im Affenhaus hat bei den Krefeldern viele Fragen aufgeworfen. Wir geben einen Überblick über die Punkte, zu denen man schon etwas sagen kann, und über die, zu denen Zoo, Feuerwehr, Polizei und Rathaus erst später Antworten geben können.

Welche Menschenaffen sind bei dem Brand ums Leben gekommen? Betroffen waren drei Arten. Zu den gestorbenen Tieren zählten der älteste Gorilla des Zoos, Massa (48), Artgenossin Boma sowie Schimpanse Charly und die Orang-Utans Lea, Sungai, Changi, Suria und Bunjo.

Warum sind auch Gorillas unter den Opfern, obwohl das Feuer nicht auf den Gorillagarten übergriff? Es gab zwei Gorilla-Gruppen im Krefelder Zoo. Eine ältere lebte im Affenhaus, eine zweite im Gorillagarten. Die beiden Mitglieder der älteren Gruppe kamen im Affenhaus ums Leben.

Wann öffnet der Zoo wieder? Der Zoo bleibt auch am 2. Januar geschlossen. Der Zoo soll voraussichtlich am Freitag in Teilen wieder öffnen.

Was ist über die möglichen Verursacher bekannt? Eine Mutter und ihre beiden erwachsenen Töchter sind die mutmaßlichen Verursacherinnen des Brands im Krefelder Zoo. Das gaben die Ermittler am Donnerstag bei einer Pressekonferenz bekannt. Die drei Krefelderinnen hatten im Radio von dem Brand erfahren und sich später bei der Polizei gemeldet. Sie hatten fünf so genannte Himmelslaternen mit guten Wünschen gestartet, vier davon fanden die Beamten im Umfeld des Affenhauses. Die fünfte war aller Wahrscheinlichkeit nach diejenige, die das Feuer auslöste. Sie war auf dem Dach gelandet und in den Flammen zerstört worden.

Unser Archivbild zeigt die Schimpansen Limbo (l.) und Bally, die den Brand in der Silvesternacht überlebt haben. Foto: Bischof, Andreas (abi)

Wie geht es den beiden Schimpansen, die gerettet wurden? Limbo und Bally haben leichte Brandverletzungen davongetragen. Mitarbeiter des Zoos haben die beiden betäubt und in ein Gehege gebracht, das im benachbarten Gorillagarten frei war. Den beide gehe es den Umständen entsprechend gut, sagte Zoo-Sprecherin Schwinn. Sie haben am Donnerstagmorgen gefressen. Auf lange Sicht können sie nicht in Krefeld bleiben, weil sie in einem Übergangsgehege des Gorilla-Gartens untergebracht sind. Die Krefelder haben bereits Hilfsangebote von anderen Zoos erhalten.

Wie geht es den Pflegern der Affen? Viele Mitarbeiter des Zoos haben in der Nacht und am Morgen des Brandes geholfen. Sie werden ebenso betreut wie die Pfleger, die mit den Menschenaffen gearbeitet haben. „Wir werden in den nächsten Wochen und Monaten massive Trauerarbeit leisten müssen“, sagte Zoo-Direktor Wolfgang Dreßen bei der Pressekonferenz am Mittwoch.

Warum gab es keine Sprinkleranlage oder etwas Ähnliches? Nach Angaben des Einsatzleiters der Feuerwehr, Kai Günther, sind Brandmeldeanlagen in Tiergehegen wie dem Affenhaus unüblich und technisch schwierig umzusetzen. Das liege an klimatischen Bedingungen im Haus sowie dem Staub, der dort aufgewirbelt wird und bei Brandmeldeanlagen regelmäßig Fehlalarme verursachen würde. Unabhängig davon sagten die Experten, dass eine Brandmeldeanlage wenig geholfen hätte. Das Feuer habe sich extrem schnell ausgebreitet, so dass die Rettungskräfte wenig für die Tiere tun konnten, obwohl sie wenige Minuten nach dem Alarm vor Ort waren.

Wird es ein neues Affenhaus im Zoo geben? Den festen Wunsch, ein neues Haus zu bauen, haben am Mittwoch alle Beteiligten geäußert. Der Zoo hatte geplant, einen Schimpansengarten zu schaffen, und dafür auch schon die politische Zustimmung erhalten. Dieser Plan kann nun nicht umgesetzt werden. Direktor Dreßen und sein Team werden nun einen neuen Plan entwickeln und auch auf die anderen Investitionen abstimmen, die für die nächsten Jahre angedacht sind. Dieser Plan wird dann wieder in den politischen Gremien beraten.

Pressekonferenz am Neujahrstag: Zoodirektor Wolfgang Dreßen (links), Kai Günther, Einsatzleiter der Feuerwehr (Mitte), und Oberbürgermeister Frank Meyer. Foto: dpa/Christoph Reichwein

Wie wird die Arbeit mit Menschenaffen in Krefeld fortgesetzt? Die Arbeit in Krefeld genießt nach Angaben des Zoos großes Ansehen, in den vergangenen mehr als 40 Jahren ist hier viel Wissen gesammelt worden. Dies soll nicht verloren sein, deshalb haben Zoo und Stadt deutlich gemacht, dass sie die Arbeit mit Menschenaffen fortsetzen wollen. „Das wird ein großer Kraftakt für den Zoo und es wird eine große Unterstützung aus der Bevölkerung brauchen“, sagte Oberbürgermeister Frank Meyer am Mittwoch.

Was können Menschen tun, die dem Zoo helfen wollen? Aktuell helfen vor allem Spenden an die Zoofreunde, die das Geld einsetzen werden, sobald feststeht, wie es im zerstörten Teil des Zoos weitergeht. Kontakt sind zu finden unter

zookrefeld.de/zoofreunde