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Fest für eine gute Nachbarschaft

Fest für eine gute Nachbarschaft

Der Tag der offenen Moschee bietet immer die Möglichkeit zum Austausch. Für die Veranstalter ist es eine Basis, um Einblicke in ihre Religion und Kultur zu geben.

Krefeld. Wenn man den Gebetsraum der Yunus Emre Moschee an der Obergath betritt, fühlt sich der Teppich warm und weich an. Für 300 Gläubige sind rötlich-braune Rechtecke „schief“ nach Mekka ausgerichtet. Auf den blauen Fliesen an den Wänden sind kalligraphisch gestaltete Suren aus dem Koran zu sehen. Auf der einen Seite befindet sich die „minbar“, eine Art Kanzel von der aus der Imam seine Freitagspredigt hält.

Fest für eine gute Nachbarschaft

Die Union der türkischen und islamischen Vereine in Krefeld und Umgebung hatte alle Bürger, Nachbarn sowie Vertreter aus Politik und Gesellschaft zum Tag der offenen Moschee in ihre sechs Moscheen (siehe Infobox) eingeladen. Der Aktionstag wird seit 1997 am „Tag der Deutschen Einheit“ veranstaltet.

Fest für eine gute Nachbarschaft
Foto: Mark Mocnik

Das Motto in diesem Jahr war „Gute Nachbarschaft — bessere Gesellschaft“, welches aus muslimischer Perspektive beleuchtet wurde und den Rahmen der Führung geprägt hat.

„Der Tag der offenen Moschee bietet die Gelegenheit, mehr über den Islam und das Leben der Muslime in Krefeld zu erfahren. Der Tag der offenen Moschee ist eine gute Basis für den Austausch, der unverzichtbar in einer religiös und kulturell pluralistischen Gesellschaft wie Krefeld ist. Wir sind Nachbarn. Wir sind eine Gemeinschaft. Denn wir wissen, dass das Gespräch Menschen zueinanderkommen und Vorurteile abbauen lässt. Wir wissen, dass es Vertrauen schafft. Genau aus diesem Grund öffnen wir unsere Türen“, sagt der Vorsitzende der Union, Mesut Akdeniz. Der Vorsitzende der Yunus Emre Gemeinde, Kiraz Kenan, und der Elternvertreter, Fatih Kale, weisen stolz auf ihre Zusammenarbeit mit benachbarten Institutionen hin: „Wir haben seit einigen Jahren ein Projekt mit der Katholischen Kindertageseinrichtung Sankt Lioba, dem städtischen Kindergarten Remscheider Straße, verschiedenen Grundschulen, Gymnasien und Berufskollegs.“ Ähnliche Kontakte pflegt die Gemeinde der Fatih Moschee an der Saumstraße mit der Samtweberei, der Dionysiuskirche und der Regenbogenschule.

Ihr stellvertretender Vorsitzender Sezer Erdinc betont die Gesprächsbereitschaft der Muslime: „Menschen, die Vorbehalte und Bedenken gegen den Islam haben, laden wir ein, uns jederzeit zu besuchen. Wir beantworten gerne alle Fragen.“