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Kaiser-Wilhelm-Museum: Fensterstreit: Stadt fordert 284 000 Euro

Kaiser-Wilhelm-Museum : Fensterstreit: Stadt fordert 284 000 Euro

Die Stadt fordert von der ursprünglich beauftragten Firma einen Regress in Höhe von 284 000 Euro. Kammer hat am Donnerstag Zeugen vernommen — und die Verhandlung vertagt.

Krefeld. Ein Urteil im lange schwelenden Fensterstreit ist nicht in Sicht. Die Stadt Krefeld klagt gegen eine Fensterbau-Firma, weil die im Kaiser-Wilhelm-Museum die ausgeschriebenen Arbeiten nicht wie erwartet ausgeführt hat. Bei der Erstellung neuer Fenster sei nicht das vorgesehene Zapfenband verwendet worden. Deshalb hatte die Stadt die Arbeiten neu ausgeschrieben und erneut vergeben. Die Mehrkosten dafür in Höhe von 284 000 Euro soll die Firma nun der Stadt erstatten. Am Donnerstag sind in dem Zivilverfahren am Landgericht drei Zeugen dazu gehört worden.

 Kaiser-Wilhelm-Museum: Fensterstreit: Stadt fordert 284 000 Euro
Foto: YB

Baudezernent Martin Linne ist im vergangenen Herbst noch zuversichtlich gewesen, dass die Stadt Krefeld bis Ende des Jahres 2014 zu ihrem Recht kommt. Die verhandelnde Richterin hatte den 22. Oktober als Termin zur Entscheidungsverkündung bestimmt. Doch in letzter Minute reichte die Fensterbau-Firma eine 70-seitige Stellungnahme ein, weshalb die Verhandlung vertagt werden musste. Dreimal ist seither der neue Verhandlungstermin kurzfristig geplatzt.

Die für Donnerstag angesetzte Verhandlung fand statt und dauerte drei Stunden. „Es wurden drei Zeugen gehört: der beauftragte Architekt, der Bauleiter der Stadt sowie ein Mitarbeiter der Fensterbaufirma“, berichtet Christian Tenhofen, Pressesprecher des Landgerichts. Die Rechtslage sei sehr kompliziert. Das Gericht versuche die Frage zu klären, ob die beklagte Firma tatsächlich regresspflichtig gemacht werden könne. Auch geht es der Streitfrage nach, ob die Ausschreibung für die Fenster beziehungsweise die verlangte Verwendung des Zapfenbandes so verständlich gewesen sei.

In einem der WZ vorliegenden internen Sachstandsbericht wurde damals vermerkt, „dass die beauftragte Firma sich weigert, die Innenfenster so herzustellen wie vom Architekten (. . .) beschrieben“. Statt eines Zapfenbandes als Fensterbeschlag habe die Firma diese ursprüngliche Konstruktion bemängelt und ohne Zustimmung des Bauherrn klassische Fensterbänder präsentiert.

Eine von der Stadt neu beauftragte Firma hat inzwischen die Fenster nach den Vorstellungen von Architekt Winfried Brenne angefertigt. Danach liegen die Zapfenbänder plan im Rahmen und die Fenster selber wirken dadurch wie ein aufliegender Bilderrahmen. Davon konnte sich die WZ bei einem Rundgang im Frühjahr überzeugen.

Die Prozessbeteiligten haben nun einige Wochen Zeit, erneut Stellung zu den Ausführungen der Zeugen zu beziehen. Dann wird das Gericht entscheiden, ob es weitere Beweise zulässt oder endlich verhandelt wird. Ein neuer Termin steht noch nicht fest.