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Fashionworld: Stachel der Verärgerung sitzt tief

Fashionworld: Stachel der Verärgerung sitzt tief

Ulrich Cloos räumt Abstimmungsfehler ein.

Krefeld. „Ich werde die Interessengemeinschaft Königstraße verlassen. Ein Brief vom Anwalt geht in Kürze raus“: Bei Edith Müller, Inhaberin des Modegeschäftes Trude Waldhausen, sitzt der Stachel der Verärgerung noch immer tief.

Zur Fashionworld war am Freitag ein Vip-Zelt direkt vor einem ihrer teuer dekorierten Schaufenster aufgestellt worden — 40 Zentimeter von der Scheibe entfernt, wie Edith Müller maß (WZ berichtete). Möglich wurde dieser Zeltplatz durch die Schließung der Ausfahrt der Behnischhaus-Tiefgarage.

„Da war Freitagabend richtig Rambazamba“, berichtet die Filialleiterin eines Geschäftes aus der Nachbarschaft. Das war der Moment, als Edith Müller die mündliche Genehmigung für den Zeltaufbau überbracht wurde. Eine schriftliche Genehmigung, so die Stadt, gebe es nicht. „Rein rechtlich war der Zeltaufbau in Ordnung“, sagt Ulrich Cloos, Leiter des Stadtmarketings und Mitorganisator der Modenschau.

Er räumt aber ein, dass „das Zelt kurzfristig geplant und nicht mit Frau Müller abgestimmt“ worden sei. Mit Blick aufs kommende Jahr will er die Gruppen der Betroffenen „frühzeitig zusammen bringen“. Und: „Wir müssen gemeinsam überlegen, wo ist ein geeigneter Platz.“

Oliver Reiners, Geschäftsführer von Delikatessen Franken und einer der drei Sprecher der IG Königstraße, wehrt sich gegen die Behauptung, es sei „sein Champagnerzelt“ gewesen, das den Durchgang von der Königstraße zum Stadtmarkt versperrte. „Das hat der Veranstalter für den Hauptsponsor der Fashionworld, Tölke & Fischer, aufgestellt.“ Dort seien nur am Sonntag Getränke verkauft worden. Die Gäste des Autohauses hätten sich natürlich Kanapees von Franken mitnehmen können.

Nicht zum ersten Mal bei einer Modenschau hatte Ulrike Meyerhöfer-Wolf („Das Teehaus“) Grund, sich zu ärgern. Wieder war bei ihr ein Zelt für die Models aufgestellt worden, wieder blockierten Autos der Fashionworld das Stück Lohstraße vor ihrem Geschäft und verhinderten, das Neukunden den Weg vom Stadtmarkt zu ihr fanden. Erneut war ihrem Vorschlag, das Zelt vor dem leeren Laden der „Lebensart“ aufzustellen, nicht gefolgt worden.

Reiners verspricht: „2014 werden dort keine Fahrzeuge stehen“. Aber das Modenschau-Zelt müsse eine Bindung zu den Geschäften an der Königstraße haben.