Familienschutz geht vor Abschiebung

Familienschutz geht vor Abschiebung

Eine Lösung für die schwangere Nigerianerin in Sicht.

Krefeld. Für die von der Abschiebung bedrohte schwangere Nigerianerin Mary U. (21) zeichnet sich eine Lösung ab. Bei der Anhörung der Beteiligten im Petitionsausschuss des Landtages betonte die stellvertretende Vorsitzende Sigrid Beer (Grüne), dass der Schutz der Familie Vorrang vor einer Abschiebung habe. Eine Beschlussfassung des Ausschusses liegt noch nicht vor.

Aus Sicht von Julia Stolz von der Düsseldorfer Frauenberatungsstelle, die die Afrikanerin und ihren ebenfalls aus Nigeria stammenden Lebensgefährten zur Sitzung begleitete, gibt es für die junge Familie allerdings Hoffnung. Da Mary U. (Name geändert) in eine andere Stadt gezogen ist, wird nicht mehr die Krefelder Ausländerbehörde für sie zuständig sein. Die Unterlagen sollen in Kürze versandt werden.

Mit 18 Jahren war die Nigerianerin von Menschenhändlern nach Europa geschleust und ins Krefelder Eros-Center vermittelt worden. Dort war sie bei einer Polizei-Razzia mit gefälschten Papieren aufgefallen - und somit ein Fall für die Krefelder Ausländerbehörde (die WZ berichtete). Nach dem Gesetz bleibt Mary U. ausreisepflichtig, weil sie illegal eingereist ist.

Offen ist allerdings, ob die Sachbearbeiter im neuen Wohnort das Verfahren weiterbetreiben, wenn Ende Januar/Anfang Februar das Kind zur Welt gekommen ist. Weil der Vater länger als acht Jahre in Deutschland lebt, hätte sein Nachwuchs Anrecht auf die deutsche Staatsbürgerschaft.