Fairkehr: Der Schulweg wird zur Gefahr für Radfahrer

Fairkehr: Der Schulweg wird zur Gefahr für Radfahrer

Viele Kinderunfälle passieren in Krefeld nachmittags vor oder nach dem Unterricht.

Krefeld. Die aktuellen Unfallzahlen sind für die Aktion Fairkehr ein Beweis dafür, dass man in Krefeld auf dem richtigen Weg ist: 2012 verunglückten 69 Kinder mit dem Fahrrad oder zu Fuß. Das ist der zweitniedrigste Wert seit Beginn der Aktion im Jahr 1999 (siehe Grafik).

Dennoch gibt es Grund zur Sorge, denn die Zahl der Schulwegunfälle hat zugenommen, und die Mädchen ziehen mit den Jungen gleich. Deshalb werden sich die Beteiligten — Stadt und Polizei — jeden dieser Unfälle ganz genau ansehen und forschen, wie diese Unglücke zu vermeiden gewesen wären.

Nach wie vor besteht die Hauptrisikogruppe aus Radfahrern im Alter von zehn bis 14 Jahren. Und diese verunglücken nach wie vor hauptsächlich am Nachmittag.

Aber war es in den Jahren zuvor meist der erweiterte Freizeitradius, der als Ursache in Frage kam, passieren nun wieder deutlich mehr Unfälle auf dem Weg zur oder von der Schule. „Vielleicht sind die Kinder nach den zunehmend langen Schultagen einfach nicht mehr so konzentriert“, vermutet der Leiter des Arbeitskreises Fairkehr, Hartmut Könner.

Und die Mädchen ziehen mit den Jungen gleich. Sie sind beinahe genau so oft in Unfälle verwickelt wie die Jungen, hat Polizeidirektor Karl-Josef Klauer festgestellt. Vermehrt kommt es zu Unfällen, bei denen die Kinder plötzlich hinter einem Hindernis hervortreten oder -fahren.

All diese Entwicklungen will man sich gemeinsam ansehen und überlegen, wie man Abhilfe schaffen kann. „Da die Unterrichtszeiten sich sehr verlagert haben, wird es für die Polizei immer schwieriger, schwerpunktmäßig zu kontrollieren oder zu unterstützen“, sagt Klauer. Ziel der Aktion Fairkehr bleibe es, die Zahl der Kinderunfälle noch weiter zu reduzieren, denn „jedes verletzte Kind ist eins zu viel“.

In den vergangenen 14 Jahren hat die Aktion viel erreicht: Rund drei Millionen Euro wurden allein in den Umbau von Gefahrenpunkten investiert. Krefeld war eine der ersten Städte, die einen Schulradwegeplan aufgelegt hat. Die Geschwindigkeit auf den Krefelder Straßen konnte gesenkt werden. Das Thema „Geisterfahrer“ spielt bei den Radunfällen keine so große Rolle mehr wie noch in den Vorjahren.

Und die Aktion will weiter investieren, auch wenn sie — wie alle städtischen Bereiche — unter der Etatkürzung leidet. So wird im Frühjahr ein neues Theaterstück zusammen mit dem Kresch präsentiert. „Und sollten bei der Verkehrsschau kritische Punkte auftauchen, werden wir nachfinanzieren“, verspricht Könner. Beim Unterhalt der Radwege allerdings reiche das Geld derzeit nur dafür, Gefahrenstellen zu beseitigen. Eine Sanierung sei nicht möglich.

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