Fahrräder: Fahrraddiebstähle in Krefeld: Die Opfer sind oft selbst schuld

Fahrräder : Fahrraddiebstähle in Krefeld: Die Opfer sind oft selbst schuld

2017 sind in Krefeld 1300 Fahrräder gestohlen worden. Die Polizei weist darauf hin, dass Radler es den Dieben zu einfach machen.

Krefeld. Fahrraddiebstahl ist ein Massenphänomen, auch in Krefeld. Allein im vergangenen Jahr registrierte die Polizei hier insgesamt rund 1300 Fälle. Die Zahl der Diebstähle ist zwar rückläufig — das bleibt aber nur so, wenn Fahrradbesitzer ihre Räder richtig sichern.

„Jedes geklaute Fahrrad ist immer noch ein geklautes Fahrrad zu viel“, sagt Michael Müller. Er ist technischer Fachberater des Kriminalkommissariats Kriminalprävention und Opferschutz. Mit Aktionstagen machen er und seine Kollegen regelmäßig darauf aufmerksam, welche Methoden wirklich helfen, um das Fahrrad zu sichern.

Oft sind es eher Gelegenheitsradler, deren Fehler den Dieben das Handwerk erleichtern, sagt Müller. Gerade im Sommer steigen viele Menschen aufs Zweirad um, ohne sich Gedanken um den Diebstahlschutz zu machen. Müller erklärt: „Wir beobachten, dass oft wenig geeignete Schlösser zum Einsatz kommen, was die Qualität betrifft. Dünne Spiralschlösser leisten keinem Bolzenschneider Widerstand. Die werden durchgeknipst wie die Kordel mit der Schere.“

Eine weiteres Problem sei das leichtfertige Abstellen der Fahrräder: „Ein Fahrrad, das nicht irgendwo fest angeschlossen wird, nimmt der Täter sich unter den Arm — und dann ist es weg.“ Die Polizei empfiehlt daher dringend, mehrere Räder zusammenzuschließen, wenn man in der Gruppe unterwegs ist. Ein einzelnes Rad sollte möglichst an einen Pfahl, einen Fahrradständer oder Ähnliches angeschlossen werden.

Auch müsse mehr in die Sicherheit investiert werden. „Bei Häusern heißt eine alte Faustregel: Zehn Prozent der Bausumme sollte man für die Sicherheit auslegen. Das könnte man so auch beim Fahrrad beherzigen.“ Vor allem moderne Fahrräder, E-Bikes wie Pedelecs, kosten den Besitzer schnell mehrere Tausend Euro. „Ich empfehle daher, einen angemessenen Betrag in Relation zum Kaufpreis für das Fahrradschloss auszugeben“, sagt Müller.

Ideal seien in den meisten Fällen geprüfte Schlösser. Der Verband für Schadenversicherer (VdS) untersuche Schlösser beispielsweise auf ihre Widerstandsfähigkeit. Diese Werte können dann beim Kauf berücksichtigt werden.

Auch beim Allgemeinen Deutschen Fahrradklub (ADFC) findet man Tipps rund um die Fahrradsicherheit. Radfahrer können außerdem bei ihrer Hausratversicherung um Rat fragen, oder sie entscheiden sich direkt für eine Fahrradversicherung. Im Schadensfall sei man so auf der sicheren Seite.

Fachberater Michael Müller empfiehlt allen Krefelder Radfahrern, die unsicher sind, wie sie ihren Drahtesel abschließen sollen, sich direkt an ihn und seine Kollegen zu wenden. Fragen zur technischen Sicherung seien bei ihnen bestens aufgehoben.

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