Unfall: Explosion im Chempark - Asbest-Verdacht bestätigt

Unfall: Explosion im Chempark - Asbest-Verdacht bestätigt

Krefeld. Am Mittwochnachmittag ist im Chempark um circa 14 Uhr ein Stickstofftank explodiert. Ein Produktionsgebäude der Firma Huntsman wurde stark beschädigt.

Am Donnerstag um 14.45 Uhr gibt die Firma Huntsman in einer Pressemitteilung bekannt, dass insgesamt 20 Personen bei dem Unfall verletzt worden sind. Nur noch zwei Personen würden sich derzeit in stationärer Behandlung befinden.

Ein Stickstofftank war explodiert. Foto: Bischof, Andreas (abi)

Die Zahl der Verletzten wurde am späten Mittwochabend korrigiert: Ein Mann wurde schwer verletzt. Er wurde auf die Intensivstation einer Unfall-Klinik in Duisburg gebracht, konnte diese aber mittlerweile verlassen. Zwölf weitere Personen sollen leichte bis mittelschwere Blessuren davongetragen haben.

Gegen 18 Uhr gab es den Verdacht, dass Bauteile des beschädigten Gebäudes mit Asbest belastet sein könnten. Das Landesumweltamt ist vor Ort, um dies zu prüfen. Eine Gefahr für Anwohner bestehe weiterhin nicht, da die Staubwolke, die bei der Explosion entstanden sei, das Gelände des Chemie-Parks nicht verlassen habe. Das teilte die Feuerwehr auf Anfrage der WZ mit.

Beim Eintreffen der Feuerwehr war die Lage nach Angaben des Einsatzleiters Andreas Kros unübersichtlich: "Es war ein großes Schadensszenario. Mehrere Gebäude waren betroffen. Durch die starke Staubentwicklung waren die Leute stark verschmutzt mit weißem Staub", berichtete er. "Die Verletzten mussten mühsam gesucht werden."

Die Wehrleute arbeiteten sich in mehrere Teile des Gebäudekomplexes vor.
"Die Zerstörung in dem direkt betroffenen Teil ist erheblich. Wir prüfen derzeit noch die Lage", sagte Einsatzleiter Kros.

Nahezu alle Scheiben des Gebäudes und die zu einem Großteil aus Wellblech bestehende Außenanlage wurden durch die Explosion, die sogar noch im rund zehn Kilometer entfernten Rheinhausen hörbar war, zerstört.

Bei der Explosion seien kurzfristig Titandioxid und Stickstoff ausgetreten, teilte der Betreiber mit. Titandioxid ist den Angaben zufolge ein weißes Farbpigment, das unter anderem in Zahnpasta enthalten ist. Luftmessungen wurden durchgeführt. Für die umliegende Bevölkerung bestehe keine Gefahr.

Mehr von Westdeutsche Zeitung