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Bauen: Es tut sich was im Bleichpfad-Hochhaus

Bauen : Es tut sich was im Bleichpfad-Hochhaus

Die Arbeiten an dem prestigeträchtigen Bau laufen auf vollen Touren. Innerhalb von fünf Jahren sollen sie abgeschlossen sein.

Krefeld. Ein hässliches „Entlein“ der Stadt mausert sich. Das optisch prägende Hochhaus am Bleichpfad, Krefelds höchstes Wohngebäude mit 76 Metern und 23 Stockwerken, wird derzeit einem „Face-Lifting“ unterzogen. An der Ost-Fassade des Hauptgebäudes (Haus A) ist der Unterschied zwischen alt und neu besonders deutlich.

Bis Ende Juni sollen die Außenarbeiten an diesen Fassadenabschnitten abgeschlossen sein. Auf einer rund 20 Meter breiten Gerüstbrücke wird der schmutzig-graue Waschbeton in einem Trockenverfahren gesäubert und anschließend gestrichen.

Als Farbe wurde eine warme, helle Fassadenfarbe, „Krefelder Weiß“, gewählt, wie Verwalter Andreas Erkes schmunzelnd erklärt. „Da wir viel mit eigenen Kräften erledigen, hält sich der finanzielle Aufwand in Grenzen“, resümiert der Verwalter. Auch die Entsorgung der Glas- und Aluminium-Rahmen der ausgewechselten Fenster werde mit eigenen Kräften erledigt.

Auf die rund 800 Bewohner der 252 Wohneinheiten wird größtmöglich Rücksicht beim Austausch der Fenster und bei der Reinigung genommen, betont der gelernte Elektriker Andreas Erkes. Wochen vorher werden die Mieter über den genauen Zeitpunkt der Fenster-Montage informiert. Der Zeitaufwand für die einzelne Wohnung bewegt sich dabei bei rund fünf Stunden, für die die Mieter ihre Wohnung den Monteuren überlassen. Die neuen Fenster der Firma Westfenster (Geldern) entsprechen den neuesten energetischen Standards und der zu berücksichtigenden Windlast auf den einzelnen Etagen. Der Austausch in allen vier Gebäudeflügeln A, B, D und E soll zeitgleich mit der Fassaden-Renovierung bis Ende des Jahres abgeschlossen sein.

In der städtischen Kindertagesstätte (Kita) im Erdgeschoss von Gebäude D soll dies mit Rücksicht auf die Kinder und Beschäftigten während der kommenden Sommerferien erfolgen. Mittlerweile arbeiten die Verantwortlichen nach einem exakten Plan. Innerhalb von fünf Jahren sollen die Arbeiten innen und außen abgeschlossen sein. Insgesamt will der Eigentümer, die holländische Westona Real Estate, rund zehn Millionen in das jetzt seit rund 45 Jahren bewohnte Ensemble im Stadtzentrum investieren.

Der in den vergangenen Jahrzehnten nicht immer als erste Adresse in der Stadt angesehene „Mississippi-Dampfer“ verzeichnet mittlerweile einen Auslastungsgrad bei den Wohnungen von über 90 Prozent. Die Mieter wohnen durchschnittlich über 20 Jahre am Bleichpfad. Das „Dorf in der Stadt“ setzt sich aus 25 verschiedenen Nationalitäten zusammen. Im Innenbereich will Westona Aufenthalts-Komfort und Sicherheit verbessern. Mehr Licht und Transparenz in den Fluren und Treppenhäusern und verbesserter Brandschutz sind das Ziel. Entwicklungspotenzial sieht Verwalter Erkes vor allem in der rund 2000 Quadratmeter großen Etage über dem Supermarkt „Norma“ gegenüber Haus A.

Einst waren dort Flüchtlinge aus Sri Lanka untergebracht, später, bis zur Neueröffnung am Theaterplatz, hatte dort zwischenzeitlich auch die städtische Mediothek ihren Sitz. Büros hat dort der Neukirchener Erziehungsverein. Erkes will mit Tagen der offenen Tür und Ausstellungen über den Bleichpfad-Komplex potenzielle Mieter interessieren. So soll ein aufwendiger Image-Film mit spektakulären Drohnen-Sequenzen fertiggestellt werden.

„Büros und Praxen in unterschiedlichen Größen und für verschiedene Branchen könnten hier ihr künftiges Domizil in der City zu attraktiven Mieten finden“, betont Erkes. Der 52-Jährige ist zwar in Goch beheimatet, bewohnt am Bleichpfad aber einen „zweiten Wohnsitz“.