Erstes Ramadan-Fest im Rathaus

Erstes Ramadan-Fest im Rathaus

Die Stadt feiert zusammen mit Vereinen das Ende des Fastenmonats.

Es ist ein historischer Moment. Erstmals haben Vertreter der Stadt gemeinsam mit Mitgliedern der Union der türkischen und islamischen Vereine das Ramadan-Fest im Rathausfoyer gefeiert. Es findet unmittelbar im Anschluss an den Fastenmonat statt und dauert je nach Land und Region zwei bis drei Tage. Gestern war der letzte.

In der Feierstunde, vor dem Genuss von Tee und Baklava mit Pistazien, bekundeten Oberbürgermeister Frank Meyer und Unions-Vorsitzender Mesut Akdeniz ihre gegenseitige Wertschätzung. Die Begegnung wurde feierlich von der Jugendabteilung der Uerdinger Mimar Sinan Moschee mit einem Lobgesang auf Gott und das Fastenbrechen eingeleitet.

Meyer bedankte sich in seiner Rede bei den Gästen für ihr Engagement für die gemeinsame Heimatstadt. Es werde viel von den Dingen geredet, die trennten und viel zu wenig über die Gemeinsamkeiten, findet er. „Ein Drittel der Krefelder besitzt Migrationsgeschichte. Etwa 16 000 Menschen sind türkischer Herkunft.“

Die Flüchtlinge kamen hinzu. „Wir hatten mit den Neuankömmlingen viel zu tun. Die Stadt hat es leichter gehabt, mit den Herausforderungen fertig zu werden, durch Ihr Engagement“, sagt der OB mit Blick auf die Unions-Mitglieder. „Wir stellen immer wieder unter Beweis, eine weltoffene Stadt zu sein und möchten deshalb auf Augenhöhe und mit Respekt miteinander die Probleme lösen. Wir sind noch lange nicht am Ende des Weges angekommen.“

Die Verwaltung möchte für alle Menschen mit Migrationshintergrund besser werden und habe deshalb den Fachbereich Migration und Integration gegründet. Und zum Schluss: „Wir wollen nicht, dass Menschen, die ihr ganzes Leben hier gelebt und Steuern gezahlt haben, hier herausgehen mit dem Gefühl, Bürger zweiter Klasse zu sein. Engagieren Sie sich. Hier haben Sie eine Heimatstadt, die Sie braucht.“

Akdeniz bedankt sich zuerst bei den Vorstandsmitgliedern der Union, dass sie während des Fastenmonats die Türen der Moscheen für alle geöffnet haben — unabhängig von Religion und Nationalität. Das sei sehr lobenswert gewesen, denn: „Je mehr man übereinander weiß, desto gelassener kann man einander begegnen. Je mehr Gelegenheiten es gibt, sich auszutauschen, desto mehr zerbröckeln die Ängste, desto mehr schwinden die Vorurteile. Und desto größer wird das Gefühl: Wir alle in Krefeld gehören zusammen. Ich bin voller Hochachtung für jeden, der sich mit Respekt und Menschlichkeit in die Gesellschaft einbringt.“

Und an die Adresse des OB: „Deswegen möchte ich Ihnen für diesen Empfang meinen Dank äußern. Es ist ein wichtiger Schritt, den Muslimen einen würdigen Platz in der Öffentlichkeit einzuräumen und Raum zu schaffen, für die Begegnung auf höchster Ebene unserer Stadt.“

Akdeniz zeigt sich erfreut darüber, dass „das Fest des Fastenbrechens ein sichtbarer Ausdruck von Religionsfreiheit und kultureller Vielfalt in unserer Stadt wird.“ Dann äußert er den Wunsch, „als größeres Zeichen“, nächstes Jahr mit den muslimischen Gemeinden zum Fastenbrechen ins Rathaus einladen zu werden.

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