"Krefelder Lesetreppe": Erster Schul-Slam: Eine Siegerin, aber zehn Gewinner

"Krefelder Lesetreppe": Erster Schul-Slam: Eine Siegerin, aber zehn Gewinner

Schüler lieferten sich unter der Leitung von Johannes Floehr einen Wort-Wettkampf mit lyrischen Texten.

Krefeld. „Hast du einen Tipp gegen Nervosität?“, fragt Raffaela Wunsch ihren „Mentor“ Johannes Floehr. Die 14-Jährige ist eine von neun Teilnehmerinnen des ersten Krefelder Schul-Slams.

Unter der Leitung von Floehr, Slammer und Moderator, fanden an vier weiterführenden Schulen Poetry-Workshops im Rahmen des Projektes „Krefelder Lesetreppe“ statt. Der Krefelder brachte den Schülern bei, worauf es beim Schreiben und Vortrag ankommt. Er war „überrascht, wie gut die Texte waren.

Kurz vor dem ersten großen Auftritt war die Nervosität bei den meisten dann aber doch groß. Floehr beruhigte die Nachwuchs-Slammer aber gekonnt: „Trinkt ein Glas Wasser und habt keinen Schiss vor dem Mikro — es kann euch nichts passieren.“

Das Publikum, das zum großen Teil aus Mitschülern der Teilnehmer bestand, feuerte Cara Struckmann, die erste Teilnehmerin, mit einem großen Applaus an. Die Schülerin des Gymnasiums am Moltkeplatz stellte ihren Text mit dem Thema „Alptraum“ vor. Die im Anschluss eines jeden Vortrags an den Verfasser verteilten Punkte wurden durch fünf unparteiische Personen im Publikum vergeben, wobei die jeweils höchste und niedrigste Zahl gestrichen wurde.

Es folgte Luca Sewina von der Gesamtschule Kaiserplatz, der mit seinem Text zum Thema „Wurzeln“ zum Nachdenken anregte. Den vierten Platz des Abends belegte Shannon Maas vom Fichte-Gymnasium. Sie beeindruckte mit einem sarkastischen Text zum Thema „Sieben Todsünden“, in dem sie darauf einging, was Jugendliche heutzutage unter keinen Umständen machen dürfen, wie zum Beispiel individuell sein.

Raffaela Wunsch erhielt für ihren Text zum Thema „Frieden“ ebenfalls viel Applaus. Die Schülerin des Berufskollegs Kaufmannsschule stellte die Frage, warum sich Menschen derselben Rasse umbringen, und wies daraufhin, das am Ende des Tages alle Menschen gleich sind.

Für viele Lacher sorgte Heny Kolnsberg. Der Schüler von der Gesamtschule Kaiserplatz offenbarte dem Publikum, dass er ein Problem habe. Ein ziemlich unbequemes, das meistens nur Männer hätten, nämlich das Problem des Hosenkaufens. Zweiter des Abends wurde Nicolay Kaps mit seinem ebenfalls amüsanten Text zum Thema „Axolotl“.

Carlotta te Neues vom Gymnasium am Moltkeplatz forderte die Zuhörer auf, etwas aus ihrem Leben zu machen. Den ironisch gemeinten Wunsch nach jemandem, der ihm zuhöre, hatte Hendrik Larisch. Seine Antwort auf diesen Wunsch war ein Haustier. Mit seinem amüsanten Text belegte Larisch den dritten Platz.

Die Gewinnerin des Abends war Aisha Sesay vom Fichte-Gymnasium. Sie präsentierte mit Witz ihren Text zum Thema „neue Menschen kennenlernen“, wobei sie zugleich das Publikum zum Nachdenken anregte. Den Abschluss des Abends machte Ludwig Oehmke, der aus seinem Lebensalltag berichtete.

Neben einem großen Pokal, der von der Sparkasse gesponsert wurde, kann die Gewinnerin an der U20-NRW—Meisterschaft im Poetry Slam teilnehmen. Zudem gebe es natürlich für alle „eine Menge Ruhm und Ehre für die Pioniere des ersten Schul-Slams“, sagte Floehr lachend.

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