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Erster Abschnitt der Krefelder Promenade wird im Sommer eröffnet

Radschnellweg : Rad- und Fußweg quer durch Krefeld - Krefelder Promenade wird im Sommer eröffnet

Der erste und zweite Abschnitt des 16 Kilometer langen Radweges durch Krefeld werden in diesem Jahr fertiggestellt. Eine Machbarkeitsstudie für das nächste Teilstück ist in Arbeit.

Wer derzeit mit dem Zug von Linn kommend zum Hauptbahnhof fährt, sieht aus dem Zugfenster linkerseits schon einen Teil der künftigen Krefelder Promenade. Von der Straße aus ist bislang nur am Dießemer Bruch neben der Bahnbrücke die neue Überquerung für den insgesamt über 16,5 Kilometer langen kombinierten Rad- und Fußgängerweg entlang der Bahngleise quer durch Krefeld zu erkennen. Die Promenade wird in weiten Teilen in Hochlage als West-Ost-Route die Stadtteile von Forstwald über Benrad, Stadtmitte, Dießem, Oppum, Linn bis Uerdingen verbinden. „Der erste Abschnitt zwischen der Neuen Hauptfeuerwache bis Trift/Weiden in Oppum wird im Frühsommer eröffnet“, sagt Stadtplaner Norbert Hudde erfreut.

Auch der zweite Abschnitt nach Osten von Kuhleshütte bis Hausbend soll noch in diesem Jahr freigegeben werden. „Der Bau ist vom zuständigen Kommunalbetrieb so projektiert, dass das klappt“, erklärt Hudde. 2,1 Kilometer lang ist dieser Teil der Promenade, der im wesentlichen auf der ehemaligen Hafenbahntrasse und in weiten Teilen parallel zur Straßenbahntrasse 043 – und damit abseits des Straßennetzes – verläuft. Im Bereich des Kindergartens und der Gesamtschule ist die Promenade als 3,20 Meter breiter asphaltierter Radweg mit begleitendem 2,50 Meter breitem Fußweg geplant. Entsprechende Straßenmarkierungen werden die Nutzung für die jeweiligen Verkehrsteilnehmer kenntlich machen. Ab der Schmiedestraße wird die ehemalige Hafenbahntrasse als asphaltierte Radvorrangroute mit einer Breite von 3,20 Meter ausgebaut. Parallel verlaufen die Fußwege auf den vorhandenen Wegen.

Auch in diesem Abschnitt wird ebenso wie auf Oppumer Gebiet eine Reihe Säulen-Eichen gepflanzt. Kleine Sitz- und Aufenthaltsbereiche mit Fahrradstellplätzen laden zum Verweilen ein. An der Maybach- und Glindholzstraße sind Spielangebote für Kinder geplant.

Die Kosten allein für diesen Abschnitt liegen bei 3,9 Millionen Euro. „Das Schöne ist, dass ebenso wie der vorherige Abschnitt die Kosten im Rahmen des Förderprogramms Kommunalinvestitionsförderungsgesetz mit 90 Prozent bezuschusst werden“, sagt Hudde. Wegen der Förderbestimmungen müssen beide Abschnitte bis zum 31. Dezember 2020 fertiggestellt sein. „Deshalb hat das Projekt oberste Priorität“, so Hudde.

1999 hatte die Stadt die Idee zur „Promenade Krefeld“ im Rahmen der Konzeption „Stadt- und Bahnperspektiven“ entwickelt. Nicht mehr benötigte Flächen der Deutschen Bahn sollten umgewidmet und die Krefelder Bahnhöfe mit ihrem Umfeld besser in die Stadtstruktur eingebunden werden. Auch nicht mehr benötigte Bahngleise sollten neu genutzt werden. In einem Kooperationsvertrag zwischen der DB AG und der Stadt Krefeld wurden die Gestattungsrechte geregelt. „Dann wurde der Bahnkonzern zerschlagen und der Kooperationsvertrag nicht mehr unterzeichnet“, sagt Hudde. Das Projekt lag von da an auf Eis.

2013 hat das Vorhaben wieder an Fahrt aufgenommen

Mit dem Erwerb des ehemaligen Güterbahnhofs 2010 und der geplanten Stadtterrasse auf dem Südbahnhof im Rahmen des „Stadtumbaus West“ sowie durch neue Nutzungen auf den Flächen des ehemaligen Verschubbahnhofs hat das Projekt Promenade wieder Fahrt aufgenommen. Mitte 2013 wurde die Aktualisierung der Pläne aus 1999 vergeben.

Inzwischen liegt eine Planung in 16 Teilabschnitten für dieses Vorzeigeobjekt vor. Die Gesamtkosten dafür sind bislang ebenso wenig bekannt wie die Dauer der Umsetzung. „Das ist ein Riesenprojekt, über dessen Zwischenschritte wir noch in zehn bis 15 Jahren sprechen werden“, sagt Hudde. In der Sitzung des Bauausschusses am 11. März will er die Machbarkeitsstudie für den Abschnitt zwischen Neuer Feuerwache und Alte Gladbacher Straße vorlegen. Dort sind komplizierte Bauwerke für die Fortführung der Promenade in Hochlage notwendig, die beispielsweise den Voltaplatz überspannen müssen. Auch der Ausbau der Stadtterrasse auf dem Südbahnhof gestaltet sich schwierig. Alles Baumaterial muss von der Straße nach oben gehievt werden. „Nach zwei Ausschreibungen hat sich noch kein Bauunternehmen gefunden“, sagt Hudde, glaubt aber auch hier an eine baldige Lösung.