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Krefeld: Entscheidung in Sachen Ostwall-Passage steht an

Krefeld : Entscheidung in Sachen Ostwall-Passage steht an

Nach Urteil des Oberlandesgerichts könnten Aufträge zeitnah vergeben werden.

Krefeld. Wie geht es weiter in Sachen Ostwall-Passage? In dieser für die Innenstadt im wahren Wortsinn zentralen Frage müssen sich die Krefelder offenbar noch rund zwei Wochen gedulden. „Mitte Juli werden wir mehr wissen“, sagt Thomas Siegert, Geschäftsführer der Wohnstätte Krefeld, die für dieses Großprojekt verantwortlich zeichnet. Wir rechnen dann mit der Entscheidung des Oberlandesgerichts Düsseldorf“, so Siegert zur WZ. Die Urteilsverkündung war kurzfristig noch einmal ver-schoben worden — zuletzt hatte es geheißen, die juristische Entscheidung werde Ende Juni fallen.

Zum Hintergrund: Eigentlich hätten die Arbeiten an der Ostwall-Passage längst starten, ja sogar abgeschlossen sein sollen. Im Frühjahr 2015 schrieb die WZ, dass die Verantwortlichen bereits in zwei Jahren fertig sein wollen. Wie bereits berichtet, steckt ein komplexes juristisches Problem hinter der Verzögerung. Im Kern geht es darum: Als öffentlicher Auftraggeber musste die Wohnstätte, eine 70-Prozent-Tochter der Stadt, jedes Gewerk europaweit ausschreiben. Sämtliche Mitbieter in solchen Verfahren können grundsätzlich Fragen zum Projekt an den Auftraggeber stellen. Diese Fragen und die entsprechenden Antworten müssen auf einer Online-Plattform allen Beteiligten zugänglich gemacht werden.

Die Schwierigkeit: „Ein Bieter hatte das Gefühl, dass nicht alle Fragen zu seiner Zufriedenheit beantwortet seien“, erklärt der Wohnstätte-Chef. Die Angelegenheit ging daraufhin zur zuständigen Vergabekammer nach Köln. Diese hielt ein Nachprüfungsverfahren im vergangenen Jahr für unbegründet. Anders ausgedrückt: Die Wohnstätte hatte in erster Instanz gewonnen. Doch der Bieter ging juristisch „eine Etage höher“. Und nun ist eben das Oberlandesgericht zuständig, eine weitere Instanz gibt es nicht. Fällt Düsseldorf dieselbe Entscheidung wie Köln, könnten relativ zeitnah die Aufträge vergeben werden. Alles andere wäre wohl Kaffeesatz-Leserei. Siegert bittet daher um Geduld, erst nach der Urteilsverkündung könne man „seriös sagen“, wie es weitergehe.

Die Wohnstätte errichtet zwischen Ostwall, Peters- und Neue Linner Straße eine L-förmige Passage. Ursprünglich wollte dort eine Schweizer Investorengesellschaft tätig werden. Doch diese sprang ab und die Stadttochter dafür ein. Sie setzt auf einen Mix aus Gastronomie, Büros, Einzelhandel und Wohnen (sechs Einheiten). Auf dem 2200 Quadratmeter großen Grundstück sind acht Baukörper vorgesehen, die eine nur zum Teil überdachte Verbindung der drei Straßen schafft. In der Mitte wird es einen offenen Platz für Gastronomie geben, und an der Petersstraße sind zwei Terrassen fürs Genießen an der frischen Luft geplant. Das soll bewirken, dass auch nach Ladenschluss noch Betrieb herrscht. Grünflächen auf den Dächern und im Platzbereich sollen für eine angenehme Atmosphäre sorgen. Der Textildiscounter Kik bleibt an diesem Standort: Der Mieter wird im Erdgeschoss 90 Quadratmeter belegen, im Untergeschoss rund 600 Quadratmeter.

Wann auch immer das Projekt abgeschlossen sein wird — Thomas Siegert ist von dessen positiven Auswirkungen für Petersstraße und Ostwall überzeugt. „Gemeinsam mit dem Neubau unserer Verwaltung nebenan, auf dem früheren Gelände der Werkkunstschule, mit entsprechender Kundenfrequenz wird die Passage eine deutliche Qualitätssteigerung in diesem Bereich bringen.“