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WZ-Serie: Engel geben Kraft für den letzten Weg

WZ-Serie : Engel geben Kraft für den letzten Weg

Für Joachim (51), mittlerweile verstorben, und seine Familie waren die Menschen im Hospiz am Blumenplatz Engel in einer schweren Zeit. Man könne ihnen gar nicht genug danken.

Krefeld. Joachim hatte Lungenkrebs und kämpfte. Nach der Diagnose vor zwei Jahren hatte er immer wieder die Hoffnung, die heimtückische Krankheit besiegt zu haben. Es war ein Auf und Ab. Am 17. Oktober dieses Jahres verlor Joachim den Kampf. Aber in einem besonderen Umfeld, das Joachims Familie „immer dankbar sein lassen wird“, wie sein Vater sagt. Joachim starb im Hospiz am Blumenplatz in Krefeld „Es ist schwer, diesen Dank überhaupt in Worte zu fassen. So viel Wärme und Menschlichkeit wie im Hospiz gibt es an kaum einem anderen Ort.“

Als Joachims Angehörige den Aufruf der Westdeutschen Zeitung für die WZ-Adventsserie „Mein Engel“ lasen, sei völlig klar gewesen, dass sie sich — stellvertretend für viele Familien von Todgeweihten — melden wollten. Auch, um dem Hospiz-Team noch einmal zu danken. „Denn das Hospiz-Team und Frau Meincke sind die Engel von Krefeld“, sagt Joachims Vater. Sein Sohn hatte die letzten sieben Wochen seines Lebens in dem Haus an der Jägerstraße verbracht, das wert darauf legt, dass Menschen wie er Gäste und nicht Patienten sind.

„Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen haben nur ein bis zwei Tage benötigt, um unserem Sohn das Gefühl von Geborgenheit und Sicherheit, auch gerade für diesen letzten Weg, zu geben“, berichtet der Vater. „Ich habe das vorher nicht gekannt, konnte mir das gar nicht vorstellen und bin so positiv überrascht worden.“ Vom Hausmeister oder Gärtner bis zur Pflegerin seien alle „so lieb“ mit Joachim umgegangen. „Das sind für mich die wirklich wahren Engel, die sich aufopfern und dafür bestimmt nicht viel Dank bekommen.“

Das Team hätte dem 51-Jährigen noch seinen letzten Wunsch erfüllt — eine Fahrt nach Emden an die Nordsee, in Begleitung eines Arztes und einer Krankenschwester. Karin Meincke, langjährige Oberin der DRK-Schwesternschaft und unter anderem im Hospiz weiter engagiert, organisierte diese Fahrt in wenigen Stunden und fuhr mit. Für Joachim war es ein wundervoller Tag.

„Ich bewundere die Kraft und das Einfühlungsvermögen, Menschen in der schwersten Zeit so nahe zu sein“, sagt sein Vater heute. „Im Hospiz hatten wir die Möglichkeit, in Ruhe und Stille Abschied zu nehmen und den Weg gemeinsam bis zum Ende zu gehen. Dafür werden wir immer dankbar sein.“

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