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Ende der Dauerbaustelle an der Inrather Straße ist nah

Ende der Dauerbaustelle an der Inrather Straße ist nah

Nach rund 20 Monaten ist der Abschluss der Kanalsanierung in greifbare Nähe gerückt. Die Anwohner atmen auf.

Krefeld. Nach rund 20 Monaten Bauzeit — zwei Monate länger als geplant — sind die Kanalarbeiten an der Inrather Straße fast abgeschlossen. Auch die Wiederherstellung der Fahrbahnen und Bürgersteige ist bis kurz vor die Weyerhofstraße erledigt. Nur auf dem knapp 300 Meter langen Teilstück bis zur Blumentalstraße wird im Randbereich noch an einer Gasleitung gearbeitet. Die Straßenerneuerung soll in den nächsten Wochen erfolgen.

Los ging es auf der Baustelle der Stadtwerke (SWK) am 2. August 2010. Zwischen Krüllsdyk und Blumentalstraße wurde ein neuer Mischwasserkanal mit einem Durchmesser von 2,20 Meter verlegt. Darin könnte auch Basketball-Superstar Dirk Nowitzki bequem stehen. Erneuert wurden teilweise auch Trinkwasser- und Gasleitungen sowie zahlreiche Hausanschlüsse. Zwei große Bauwerke von jeweils rund 40 Tonnen wurden in den Untergrund eingesetzt. Die Investitionen der Stadtwerke werden auf rund fünf Millionen Euro geschätzt.

Schachtmeister Herbert Steenweg von der Osnabrücker Baufirma Echterhoff hatte vor fast einem Jahr vorsichtig prognostiziert, dass seine rund zwölfköpfige Truppe Weihnachten wieder zu Hause sein könnte. Daraus wurde nichts. Die Männer, vorwiegend aus Ostfriesland, mussten länger als geplant in den zwei von der Firma gemieteten Wohnungen an der Geldernschen Straße bleiben. Sie waren draußen glühender Hitze, Regen, Hagel, Schnee und klirrender Kälte ausgesetzt.

Mitte März aber räumten sie den Baucontainer auf dem Sportplatz der ehemaligen Konrad-Görtz-Förderschule an der Inrather Straße und kehrten zu ihren Familien und Freunden zurück.

Aus dem vier Meter breiten und sechs Meter tiefen Schacht holten die Arbeiter insgesamt annähernd 25 000 Kubikmeter Erde, Schutt und alten, gemauerten Kanal und bauten dieselbe Menge danach wieder ein. Umgerechnet wären das rund 357 000 Badewannen zu je 140 Litern.

Die WZ hat die Baustelle mit einem Tagebuch und in mehreren Artikeln begleitet. Technische Zusammenhänge wurden dabei dargestellt. Die Menschen an und in der Baustelle kamen zu Wort. Geschichten, die erklärten, was in den Eingeweiden der Stadt vor sich geht.

Über Bombensucher und -funde wurde berichtet. Es gab kleine Skizzen von Baggerführer Bresges, Arbeiter Manni, Zaungast Moritz oder Bauleiter Ingo Schmees und seiner Stadtwerke-Kollegin Ilona Bartzsch. Nicht zuletzt sollte den massiven Einschränkungen der Lebensqualität der Anwohner Sinn, Hintergrund und die langfristig positiven Auswirkungen einer Baustelle gegenüber gestellt werden.

Ilona Bartzsch ist froh über das baldige Ende. „Alle drei Tage hatten wir dort neue Probleme.“ Sie lobt aber die Anwohner: „Bis auf wenige Ausnahmen haben sie viel Verständnis für die Belastungen gezeigt.“ Insbesondere die Handwerksbetriebe im Abschnitt zwischen Wilmendyk und Weyerhofstraße hebt die SWK-Bauleiterin positiv hervor.