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Emmaus Krefeld unterstützt Gemeinschaft in Rumänien

Solidarität : Unterstützung für Rumänien

Weil Krefelder der Emmaus-Gemeinschaft kostenlos eine Halle überlassen hatten, konnte Elisabeth Kreul jetzt der Gemeinschaft in Lasi in Corona-Zeiten eine große Menge Hilfsgüter zukommen lassen.

Es regnet kräftig am Donnerstagmorgen in Krefeld. Nicht das ideale Wetter, um einen 38-Tonner zu beladen. Doch Elisabeth Kreul von Emmaus Krefeld, Gelu Nichitel von Emmaus Lasi in Rumänien sowie den insgesamt 30 Helfern aus Iasi, Köln, Bergisch Gladbach und Krefeld macht das nichts aus. Viel wichtiger ist es, den lange vorbereiteten Hilfs-Transport mit gespendeten Sachen endlich auf den Weg nach Rumänien zu schicken.

Dafür hatte Elisabeth Kreul im vergangenen März in der WZ noch um Hilfe geworben, als sie für die zahlreichen gut erhaltenen Möbel, den Hausrat, Elektrogeräte, Fahrräder wie auch weitere Stücke aus dem überfüllten Secondhand-Markt dringend eine nach Möglichkeit kostenlose und vor Wetter geschützte Halle in Krefeld suchte. Die hat Emmaus vorübergehend nahe der Klinik Königshof gefunden.

„Es ist das erste Mal, dass wir aus Krefeld diesen Transport organisieren“, erzählt Elisabeth Kreul. Durch die coronabedingten Lockdowns durften sie ihre Waren im Secondhand-Markt an der Peter-Lauten-Straße nicht verkaufen und die Hallen dort waren bis unters Dach gefüllt. „Gleichzeitig haben wir aber so gute Sachen angeboten bekommen, die wollten wir nicht ablehnen.“ Zumal die Gemeinschaft in Iasi, nordöstlich in Rumänien und in der Nähe von Moldawien gelegen, dringend Hilfe für ihre Obdachlosenarbeit gebrauchen kann.

„Normalerweise bekommen wir einmal im Monat Spenden aus Frankreich und der Schweiz, seit Monaten nicht mehr“, erzählt Gelu Nichitel. 2000 Kilometer haben er und drei Helfer in 30 Stunden zurückgelegt, um Mittwoch in Krefeld anzukommen, Donnerstag zu laden und am Freitagmorgen wieder zurückzufahren. Zweieinhalb Monate habe es in Rumänien einen kompletten Lockdown gegeben, dann eine zweimonatige Übergangszeit, inzwischen liegt die Infektionsrate bei 5,60 Prozent. In der Zeit des harten Lockdown hatte die Verwaltung der 500 000 Einwohner zählenden Stadt Iasi der Emmaus-Gemeinschaft ein Stadtbad zur Verfügung gestellt, wo sie die ganze Zeit über 80 der insgesamt 300 obdachlosen Menschen mit Wohnraum, Essen und Bekleidung versorgen konnte. „Sie haben sich dadurch so verwandelt“, erzählt Gelu Nichitel erfreut.

Sobald der vollbeladene Lkw zurück in der Heimat ist, wollen die Emmaus-Leute 30 Prozent an bedürftige Familien geben, die damit ihre neu bezogenen Sozialwohnungen einrichten können. 70 Prozent geht in das Secondhand-Warenhaus, mit dessen Erlös sie wiederum ihre Sozialarbeit finanzieren. „Ohne die zur Verfügung gestellte Halle in Krefeld, wäre das nicht möglich gewesen“, sagt Elisabeth Kreul dankbar. Sich gegenseitig zu helfen, ist das oberste Ziel.