E-See: Elfrather See: Keine Lösung für das Gänseproblem

E-See: Elfrather See: Keine Lösung für das Gänseproblem

Die Politik findet keine Maßnahmen, um das Federvieh am E-See zu vertreiben. Die Verwaltung hofft auf Gründung eines GmbH-Modells.

Krefeld. Die Grau- und Kanadagänse rund um den E-See haben Nachwuchs bekommen. Rund 50 Gänseküken dürften es sein, die auf- und abseits des Badesees die Nähe ihrer Eltern suchen. Die Population wird in diesem Jahr wieder deutlich anwachsen. 2015 wurde die Gesamtzahl von Grau- und Kanadagänsen auf rund 450 Tiere geschätzt, Tendenz steigend.

Doch so niedlich die Jungtiere derzeit noch anmuten, so groß ist der Frust bei den Krefeldern dann zur besten Bade-Zeit im Sommer. Denn dann werden die Gänse wieder zu hunderten die Wiesenbereiche rund um Krefelds einzigen kostenlosen Badesee bevölkern. Dass die Bade-Saison auch dieses Jahr wegen der Vielzahl an Gänsen und ihrer Hinterlassenschaften rund um den E-See wieder ein Reinfall wird, ist bereits abzusehen.

Doch Politik und Verwaltung haben trotz des Treuebekenntnisses im vergangenen Jahr, den Badesee nicht zu entwidmen, immer noch keine Lösungsansätze für das Gänseproblem am Elfrather See gefunden.

Dabei hatten die Verantwortlichen vieles ausprobiert: Bejagen, vergrämen, verdrängen — alles ohne Erfolg. Umweltdezernent Thomas Visser setzt seine Hoffnungen jetzt in die Gründung eines Trägervereins für den Elfrather See.

Eine Art GmbH-Modell, das für die Akquise von Mitteln und schließlich für deren Verwendung zur Pflege des Areals verantwortlich zeichnet. Visser: „Wir wollen in diesem Jahr zu einem solchen Modell kommen, da bin ich sehr zuversichtlich.“ Weil andere finanzielle Lösungsansätze fehlen, muss das Konzept auch fruchten, will man den Badesee im Nachhinein nicht doch noch aufgeben.

Von anderer Seite ist nur wenig Hilfe zu erwarten. Das Umweltministerium beispielsweise hat den Kommunen im Rahmen der Gänseproblematik schlicht geraten, eigene Handlungskonzepte zu entwickeln.

Doch die bislang in Krefeld ausgewählten Maßnahmen wie Umsiedlung, Grünschnitt oder Eierklau sind entweder nicht erfolgreich oder aus Sicht des Umweltschutzes bedenklich. Weil die Maßnahmen über Jahre hinweg keine Besserung brachten, sollte der See im vergangenen Jahr zunächst aufgegeben werden, wogegen sich im Sportausschuss Widerstand formierte.

Es bildete sich eine Arbeitsgruppe mit Vertretern aus Politik, Vereinen und Verbänden, um eine Situationsanalyse für den Elfrather See vorzunehmen. Zu dieser Gruppe gehört auch Edmund von Holtum, der eine Jagdpacht am Elfrather See besitzt.

„Das Gänseproblem wird nicht in den Griff zu kriegen sein, wenn weiterhin nichts unternommen wird“, sagt von Holtum, der vor allem bemängelt, dass die von Anfang Februar bis Mitte Juli währende Schonzeit für die Grau- und Kanadagänse den Jägern nicht die Möglichkeit gebe, genügend Tiere zu erschießen.

„Es ist ganz klar, dass wir eine bessere Trefferquote haben, wenn die Frucht noch auf dem Feld steht, deshalb muss der NRW-Umweltminister die Jagdzeiten auf Gänse ausdehnen“, fordert von Holtum.