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Elektro-Rock im Zeichen der Liebe

Elektro-Rock im Zeichen der Liebe

Vor fünf Jahren lernte microClocks-Sänger Jens Tetzner in der Kulturfabrik seine heutige Ehefrau kennen. Nun kehren sie erstmals gemeinsam nach Krefeld zurück.

Krefeld. Schon während seines Konzertes sah er sie, direkt vor der Bühne. Doch ansprechen konnte er sie nicht, er musste schließlich noch singen. Erst nach dem Auftritt in der Krefelder Kulturfabrik kam es zum ersten Kontakt: Ein gemeinsames Foto auf der After-Show-Party, Nachrichten über Facebook, „und dann eskalierte es relativ schnell“. So beschreibt microClocks-Sänger Jens Tetzner die erste Begegnung mit der Frau, die heute seine Ehefrau ist.

Elektro-Rock im Zeichen der Liebe
Foto: Tobias Wolf

Am 22. Dezember 2012 war das, beim Pluswelt-Festival in der Kufa. Am kommenden Donnerstag, 12. April, kehrt Tetzner mit microClocks, einer Elektro-Rock-Band aus dem Ruhrgebiet, erstmals zurück nach Krefeld — nach exakt 1937 Tagen. Und natürlich darf seine Frau nicht fehlen. „Da werden die Kinder für einen Abend verkauft“, sagt der Programmierer, der sich auf einen „denkwürdigen Tag“ freut.

Jens Tetzner über die Vergleiche mit der weltbekannten Synthie-Pop-Band

Damals war seine Frau, eine Flugbegleiterin aus Berlin, extra für das Festival an den Niederrhein gereist. Die Band microClocks kannte sie gar nicht, sie wollte die Headliner Mesh und De/Vision sehen. Doch Tetzner überzeugte sie ziemlich schnell — musikalisch wie persönlich. Noch 2013 folgte ihr Umzug in den Westen, 2014 bekamen sie das erste von nun zwei Kindern. Mittlerweile wohnen sie in Sprockhövel am Südrand des Ruhrgebiets.

Die Musik von microClocks wird mit der britischen Synthie-Pop-Band Depeche Mode verglichen. Und mit dieser Information im Hinterkopf ist tatsächlich eine Prise Dave Gahan in Tetzners Stimme zu entdecken. „Klar, das ehrt uns natürlich. Und wir kokettieren auch etwas damit, dass wir uns irgendwo zwischen Depeche Mode und Muse wiederfinden. Aber wir entwickeln uns von Album zu Album immer weiter, daher würde ich uns auch nicht in eine bestimmte Schublade stecken“, betont Tetzner. Die Fans scheinen es zu honorieren: Das Album „Soon Before Sundown“ belegte vergangenes Jahr sieben Wochen lang Platz eins der Deutschen Alternative Charts.

Die Songs des Ruhrgebietsquartetts werden häufig von Gitarrensounds dominiert, doch auch Elektrobeats sind stilbildend für microClocks. Die Texte des aktuellen Albums drehen sind vielfach um gesellschaftliche Themen wie Werteverfall, falsche Ideale oder der Verlust der Privatsphäre.

Mit von der Partie wird am Donnerstag, dem ersten Konzert der „Tour Before Sundown“ in diesem Jahr, die Band Burn aus Münster sein, die unter anderem schon Unheilig begleitet hat. Danach trinken Tetzner und seine Bandkollegen ihren traditionellen Sambuca, bevor es rauf auf die Bühne geht. Auch Tetzners Frau wird in Krefeld wieder vor ihm stehen, diesmal kennt er sie bereits.