Krefeld-Bockum: Eine neue Decke für die Christuskirche

Krefeld-Bockum : Eine neue Decke für die Christuskirche

Das Innere des Kirchengebäudes beherrschen zurzeit Gerüste und Bauarbeiter. Die Decke muss saniert werden, gleichzeitig werden elektrische Leitungen erneuert. Kosten: rund 145.000 Euro.

Krefeld-Bockum. Der Innenraum der Christuskirche an der Schönwasserstraße ist eine Baustelle. Die Arbeiter haben bis hoch unter die Decke Gerüste gestellt. Denn sie ist marode, Teile drohten in der Vorweihnachtszeit des vergangenen Jahres herabzustürzen. Jetzt wird die Decke repariert. Die Kosten belaufen sich auf einen sechsstelligen Betrag. Die Kirchengemeinde ist dringend auf Spenden angewiesen.

Abgesehen vom Gerüst ist die Kirche leer. Sägespäne liegen auf dem Boden, in den Wandregalen stehen Limonadenflaschen und an der Seitentür der deutliche Hinweis: „Betreten verboten“. Pfarrer Martin Diederichs steht im 50 Jahre alten Gotteshaus und sieht hinauf, so wie es ein Kirchenbesucher Ende vergangenen Jahres getan hat. „Ein Gläubiger hat per Zufall nach oben geguckt und gesehen, dass sich die Zwischendecke leicht nach unten gewölbt hatte“, erinnert sich der Geistliche. „Glücklicherweise ist nichts passiert, nichts ist heruntergefallen.“

Nun wird die hölzerne Zwischendecke abgebaut. „Sie wurde so errichtet, wie es vor 50 Jahren richtig war“, erläutert Diederichs. „1400 Latten waren mit Nägeln verbunden, die Balken waren an den Betonwänden mit so genannten Schussnägeln befestigt. Diese Nägel sind herausgebrochen.“

Nun wird alles ausgebessert, und weil man einmal dabei ist, werden auch die Elektroinstallationen wo notwendig erneuert. So sollen neue Lampen angeschafft werden und der große Lichterkranz, acht Meter im Durchmesser, LED-Technik bekommen.

Mit den Kosten für die Sanierungsarbeiten, Gerüst und Orgelschutz sind rund 145 000 Euro veranschlagt. Weil stets Presbyterium und Landeskirche die Arbeiten und Finanzen genehmigen müssen, habe es eine längere Planungsphase gegeben, berichtet Diederichs. Zu den Kosten sagt er: „Wir haben zwar Rücklagen gebildet, doch die reichen nicht, zumal sich auch der Vorplatz gesenkt hat. Die Gullideckel stehen hoch aus der Fläche hervor. Außerdem sind die Kellerräume des Gemeindehauses feucht.“

Die Kosten für diese Sanierung sind noch nicht ermittelt. Jedoch rechnet der Pfarrer mit knapp 70 000 Euro nur für die Erneuerung des Vorplatzes samt Kanalsystem.

Die Gottesdienste werden während der Baumaßnahme im Gemeindehaus gehalten. Bei schönem Wetter versammeln sich die Gläubigen auch draußen vor der Kirche. „Weihnachten oder zu den Konfirmationen haben uns Herz-Jesu, St. Gertrudis und die Friedenskirche ,Asyl‘ gegeben“, sagt der Pfarrer und lächelt.

Im September soll die Christuskirche fertig renoviert sein. Die Gemeindeglieder haben sich bereits Gedanken gemacht, wie die Bausumme zusammenkommen kann, beispielsweise mit Hilfe von Benefizkonzerten und dem Sommerfest am 24. September.

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