Rückblick: Einbrecherschreck Diego und Co.

Rückblick : Einbrecherschreck Diego und Co.

Bei den skurrilsten Polizei-Einsätzen aus dem Jahr 2016 ging es oftmals tierisch zu.

Krefeld. Eine der einsatzreichsten Nächte steht der Polizei am Silvesterabend noch bevor. Rund 50 000 Einsätze liegen aber bereits hinter den Beamten in diesem Jahr. Dabei gab es auch wieder skurrile Geschichten, die selbst die Ordnungshüter zum Schmunzeln brachten. Für die WZ durchforstete die Polizei ihre Einsatzberichte. Dabei stießen sie auf tierische Helden, religiöse Radfahrer und eine Suchaktion, die ausgerechnet auf der Polizeiwache gut endete.

Foto: Polizei Krefeld

Es war wohl die Heldengeschichte in 2016. In der Hauptrolle: Nymphensittich Diego. Der Vogel der Familie Hageman hatte großartiges vollbracht. Als an einem Augustabend Unbekannte versuchen, in die Wohnung seiner Familie einzubrechen, schlägt Diego Alarm. Als die Einbrecher ein eingeschlagenes Fenster einen Spalt breit öffnen, setzt sich der zwölfjährige Sittich zur Wehr. „Er muss in seinem Käfig ordentlich Krach gemacht haben“, sagt Eva Hageman. Der Lärm schreckt die Einbrecher offensichtlich so sehr ab, dass sie darauf verzichten, ins Haus einzusteigen. Die Einbrecher ergreifen die Flucht. Vertrieben von Nymphensittich Diego. Das ließ auch die Polizisten vor Ort staunen. Zur Belohnung gab es für Diego ein Frühstücksei.

Ohne Belohnung blieb hingegen wohl ein Fahrradfahrer, der an einem dunklen Abend von zwei Beamten aufgrund seiner nicht vorhandenen Beleuchtung fuhr. Ein Beamter erklärte damals: „Sie dürfen in der Dunkelheit nicht ohne Licht fahren.“ Daraufhin entgegnete der Mann wie selbstverständlich: „Aber ich fahre doch mit Licht.“ Die Polizisten runzelten die Stirn und betrachteten den Mann und sein Fahrrad genau. Von einem Licht war weder vorne noch hinten etwas zu sehen. Der Radfahrer sah die fragendeneden Blicke der Beamten und berichtete geradeheraus: „Ich fahre mit Jesus. Und Jesus ist das Licht!“

Einen fast ebenso erhellenden Einsatz haben die Ordnungshüter, als sie zu einer möglichen Katzenrettung gerufen werden. Ein Nachbar meldet der Polizei eines Nachts eine Katze, die aus dem Fenster eines Mehrfamilienhauses zu stürzen drohe, da sie gefährlich nah am Fensterbrett sitzen würde. Eine Streifenwagenbesatzung macht sich auf zum Einsatzort. Sie leuchten, suchen und rufen, können jedoch zunächst keinen tierischen Notfall vorfinden. Plötzlich erkennen die Beamten aber im Lichtkegel ihrer Taschenlampe den Übeltäter: Eine aus Window-Color gemachte Katze. Diese ist an einem Fenster in der ersten Etage einer Wohnung angebracht, direkt oberhalb des Fensterbretts — die Absturzgefahr ist gebannt.

Aufatmen konnten die Beamten auch bei einer Suchaktion, die auf ihrer eigenen Wache endete. Ein Bürger meldet eben in dieser Wache den Beamten zuvor eine ältere Dame, die mit ihrem Hund in einem Auto auf dem Parkplatz vor der Wache sitzen würde. Die Beamten kümmern sich um die Frau, die angibt, ihre Verwandten zu suchen. Die Polizisten setzen alle Hebel in Bewegung, versucht, die Familie der Frau zu finden. Plötzlich kommen Verwandte der Frau und geben an, dass sie sich die ganze Zeit in einem Kommissariat der Wache aufgehalten hätten, um eine Anzeige zu erstatten. Das hatte die alte Dame offensichtlich schlichtweg vergessen.

Als ein offensichtlich stark alkoholisierter Mann in der Innenstadt eine Hundeleine hinter sich herzieht, rufen verwunderte Bürger die Polizei. Die Beamten fragen den Mann, warum er denn die Leine hinter sich herziehe. Er dreht sichverblüfft um und sagt: „Oh, meinen Hund habe ich wohl vorhin in der Kneipe vergessen.“

Eine Frau wählt an einem Sonntagnachmittag den Notruf der Polizei, weil vor ihrem Haus vom gestrigen Markttag Chaos herrsche. Überall würden Blumenreste herumliegen. Vor Ort stellen die Beamten lediglich einzelne Salatblätter, die im Rinnstein liegen, fest. Verwundert fragen sie die Frau, warum sie dafür den Notruf der Polizei gerufen habe. Sie entgegnet: „Na, die Stadt hat sonntags doch frei. Dann können sie mir hier doch beim Reinigen helfen!“ Ein Nachbar bekommt das Gespräch mit und sieht die Dame kopfschüttelnd an. Beherzt holt er sich einen Besen aus der Garage und fegt kurzerhand die Blätter. Dann sagt er in Richtung der Frau: „Und dafür rufst du die Polizei?“.

Einen besonders verblüffenden Karnevalseinsatz verzeichneten die Beamten bereits im Jahr zuvor. Ein Bürger meldet sich an den jecken Tagen bei der Polizei und berichtet von einem „Affen in einem Auto“. Als die Beamten vor Ort eintreffen, finden sie einen Mann im Affenkostüm vor, der über die Rückenlehne gebeugt in seinem Auto steht und schläft. Der Mann im Kostüm hatte zuvor wohl kräftig Karneval gefeiert und dann versucht, sich zum Schlafen in sein Auto zu setzen. Weil er aber die verschlossenen Türen nicht geöffnet bekommt, versucht er über den Kofferraum in sein Auto zu steigen. Dieser Versuch hatte ihn offensichtlich so sehr angestrengt, dass er in dieser Position einschlief.

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