Ein Hindu-Tempel für Krefeld

Ein Hindu-Tempel für Krefeld

Der hinduistische Kulturverein stellt sich und sein Bauprojekt vor: Der Tempel soll an der A 57 stehen und 1,5 Millionen Euro kosten.

Krefeld. Der größte Hindu-Tempel Europas soll künftig in Krefeld stehen. Dieses Vorhaben kündigt Navaratnam Jeganathan (53) an, Vorsitzender des hinduistischen Kulturvereins Krefeld.

Bei einer Feier im Pfarrsaal der Schutzengelkirche in Oppum hat sich zum einen der Verein selbst vorgestellt. Zum anderen sind Pläne und ein Modell des rund 1,5 Millionen Euro teuren Bauvorhabens präsentiert worden.

Der tamilisch hinduistische Tempel soll in Linn direkt an der Autobahn A 57 realisiert werden. Pretheeb Jeganathan, der 17-jährige Sohn des Vereinsvorsitzenden und Cheforganisator des Festes, hat leuchtende Augen, wenn er am Eingang zum Pfarrsaal vom neuen Tempel erzählt.

Der Eingangsturm (Raju Gopuram) soll 17 Meter in die Höhe ragen. Seine Spitze soll mit Elfenbein zu Ehren des Gottes Ganesha geschmückt werden. Der Tempelturm (Tubi) wird nach Fertigstellung elf, der Tempel selbst fünf Meter hoch sein.

Errichtet werden soll das tamilische Gotteshaus auf einem 3500 Quadratmeter großen Gelände. Mit der Fertigstellung des Tempels rechnet der Verein in rund zwei Jahren.

Oppum erlebte bei der ersten hinduistischen Feier des Vereins einen wahren Farbrausch: In kräftigem Rot, Blau, Gelb und Grün leuchteten die bunten Saris der Hindu-Frauen und Mädchen, während die Männer in Alltagskleidung oder schlicht in Weiß auftraten. Die meisten Frauen tragen einen Punkt mit roter Farbe (Sindur) auf der Stirn, der ihren Status als verheiratete Frau zeigt.

Die meisten der Festbesucher sind Tamilen von der Insel Sri Lanka im Indidschen Ozean, die in Krefeld und Umgebung ansässig sind. Rund 200 Menschen, auch einige Deutsche sind dabei, drängen sich im Pfarrsaal.

Mitten in Oppum gehen sie auf eine Reise durch die fernöstliche Kultur, die sich überreich an Klang, Farbe und Unbeschwertheit präsentiert. Staunend bewundert werden insbesondere die Anmut und Grazie der jungen Tempeltänzerinnen bei ihren Vorführungen, ihre Kostüme und den feinen Goldschmuck an Ohren, Nasen und Händen.

Mehr von Westdeutsche Zeitung