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Straubing Tigers: Ein Bekannter an der Tigers-Bande

Straubing Tigers : Ein Bekannter an der Tigers-Bande

Der US-Amerikaner Tom Pokel übernahm das Traineramt bei den Tigers von Bill Stewart und konnte gleich einen wichtigen Heimsieg feiern.

Krefeld. Das Comeback von Meistertrainer Bill Stewart in der Deutschen Eishockey Liga war nach nur 13 Spieltagen schon wieder beendet. Der 60-jährige Kanadier hatte es nicht geschafft, die Straubing Tigers erfolgreich in die Saison zu führen, und so fackelten die Verantwortlichen nicht lange. „Die Leistungen der Mannschaft in den letzten Wochen entsprachen nicht unseren Erwartungen. Wir haben Bill Stewart geholt, um die sportliche Entwicklung des DEL-Standortes Straubing weiter voranzutreiben. Dies ist leider nicht gelungen“, lautete die ernüchternde Analyse des sportlichen Leiter Jason Dunham.

Nachdem Otto Keresztes (Nachwuchstrainer) und Rob Leask (Co-Trainer) für einige Tage gemeinsam als interne Notlösung fungiert hatten, verpflichteten die Bayern in der vergangenen Woche einen neuen Cheftrainer. Der US-Amerikaner Tom Pokel übernahm das Traineramt und konnte gleich einen wichtigen Heimsieg feiern. Im bayerischen Duell gegen den ERC Ingolstadt setzten sich die Tigers im Penaltyschießen mit 2:1 durch. Allerdings war auch bei diesem glücklichen Derbysieg die allgemeine Verunsicherung im Team zu spüren. Von der breiten Brust, mit der sich die Niederbayern in den beiden Vorjahren die Play offs gesichert hatten, war bisher nicht viel zu sehen.

Genau da wird der 50-jährige neue Trainer den Hebel ansetzen müssen. Verlorenes Selbstvertrauen gilt es dem Kader zurück zu geben. „Tom Pokel kennt die Szene in Europa und ist sehr erfahren“, lautete ein kurzes Statement von Manager Jason Dunham in einer Pressemitteilung des Clubs zur Verpflichtung des Trainers. Gut kennt der neue Headcoach aber nicht nur Europa, sondern auch Deutschland und die DEL. Nach seinen ersten Engagements in Deutschland ab Mitte der 1995 in Timmendorf, Trier und Bietigheim wechselte der Eishockeylehrer aus Green Bay, Wisonsin, ins Liga-Oberhaus.

Bei den Schwenninger Wild Wings stand Pokel von 2001 bis 2003 als Chefcoach hinter der Bande und im darauffolgenden Jahr als „Co“ beim ERC Ingolstadt. Danach folgte der Wechsel in andere europäische Ligen. Pokel trainierte 13 Jahre zahlreiche Mannschaften in Österreich (Feldkirch, Graz, Vienna) und Italien.

Auf seiner letzten Station beim HC Bolzano, wo er in der Multinationenliga EBEL 2014 als Liganeuling überraschend die Meisterschaft feiern konnte, hinterließ der Amerikaner einen großen Eindruck. Parallel zu seinem Engagement in Bozen brachte er als Nationaltrainer in der Spielzeit 2013/14 auch die erste Mannschaft der Italiener auf Kurs und unterstrich damit seine Ambitionen. Kein Greenhorn also, das die Straubinger jetzt als Nachfolger von Bill Stewart präsentierten.

Eine Entscheidung, die das Management der Tigers noch gemeinsam mit seinem Vorgänger traf, war die Verpflichtung eines dritten Torhüters. Neben den beiden Deutschen Sebastian Vogl (kam aus Wolfsburg) und Dimitri Pätzold steht seit Anfang Oktober auch Drew MacIntyre auf der Gehaltsliste der Straubinger. Der 34-Jährige spielte zuletzt in der DEL bei den Adlern Mannheim. Ein untrügliches Zeichen dafür, wo für die Verantwortlichen im Kader der Schuh drückt.

Dies verwundert ein wenig, da mit Pätzold und Vogl zwei erfahrene Goalies zur Verfügung stehen, die ihre DEL-Tauglichkeit schon seit Jahren unter Beweis gestellt haben. Zudem besitzen beide Spieler Verträge über die laufende Runde hinaus. Das einer der beiden Etablierten freiwillig Platz macht, sprich seinen Vertrag auflöst, scheint unwahrscheinlich. Nun muss Pokel Woche für Woche entscheiden, welchem seiner drei Torstehern er das Vertrauen aussprechen möchte. Eine schwierige Situation - wie sie auch im letzten Jahr in Krefeld herrschte, wo sich keine echte Nummer Eins durchsetzen konnte - mit gehobenem Unruhe-Potential.

www.straubing-tigers.de