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Ehrenamtler aus Krefeld erhält den Rheinlandtaler des LVR

Auszeichnung : Ehrenamtler aus Krefeld erhält den Rheinlandtaler des LVR

Der 66-jährige Ralf-Günter Stefan kümmert sich ehrenamtlich um den historischen Bücherbestand im Museum Burg Linn. In seiner Funktion hat er schon so manchen Schatz geborgen.

Einen Schatz hält Ralf-Günter Stefan in seinen Händen. „In Deutschland existiert nur noch eine entsprechende Ausgabe in der Universitätsbibliothek Kiel“, sagt der 66-Jährige. Bei dem sehr gut erhaltenen Buch handelt es sich um ein kommentiertes Evangelium nach Matthäus, gedruckt 1687 im niederländischen Dordrecht.

„Es ist ein seltener Druck und soll die Sammlung bereichern“, erzählt Stefan. Seit mehr als 25 Jahren betreut er ehrenamtlich die historische Bibliothek im Museum Burg Linn in Krefeld. Für dieses und sein vielfältiges kulturelles Engagement in Nordrhein-Westfalen wurde ihm jetzt der Rheinlandtaler des Landschaftsverbands Rheinland verliehen.

„Wir besitzen etliche Bibel-Ausgaben, auch aus den Niederlanden, aber ein solches Exemplar ist noch nicht in der Sammlung“, sagt der pensionierte erste Kriminalhauptkommissar, der in seiner aktiven Zeit Leiter der Daktyloskopie und Spurensicherung im Polizeipräsidium Düsseldorf war. Der niederländische Bestand der historischen Bibliothek sei ohnehin etwas Besonderes. Die Ausgaben stammen wohl aus Spenden der Krefelder Mennoniten an das Museum, die bis ins 18. Jahrhundert ausschließlich niederländische Drucke für ihre Bibliotheken erwarben.

Das Buch überreichte Stefan nun an Christoph Dautermann, kommissarischer Leiter des Museums Burg Linn, als Überraschungsgeschenk für die Historische Bibliothek. Dautermann brachte den Vorschlag für die Rheinlandtaler-Verleihung an den 66-Jährigen seinerzeit auf den Weg. „Herr Stefan hat sich nicht nur bei uns einen großen Verdienst um die Katalogisierung, Dokumentation und Konservierung von Bestände erworben. Und das alles im Ehrenamt“, sagt Dautermann.

Außer in Krefeld engagiert sich Ralf-Günter Stefan in Düsseldorf bei der Friedrich-Spee-Gesellschaft, arbeitet landesweit mit diversen Bibliotheken zusammen und verfasst wissenschaftliche Publikationen. Bei der Preis-Bekanntgabe 2020 wollte Stefan es zunächst gar nicht glauben. Dann setzte aber rasch die Freude über den Rheinlandtaler ein. „Das ist meine erste Auszeichnung überhaupt“, sagt er. Coronabedingt konnte die Verleihung erst jetzt in Düsseldorf erfolgen.

Die Zusammenarbeit mit dem Museum Burg Linn setzte schon von mehr als zwei Jahrzehnten ein. Für die Ausstellung „Die alte Bibliothek“ lieh er erstmals dem Haus Bücher aus seinem umfangreichen historischen Buchbestand. Damals fiel ihm sofort der beklagenswerte Zustand der Bibliothek auf.

Die ältesten Ausgaben darunter, wie eine Handschrift, stammen aus dem 15. Jahrhundert. Einige der Publikationen lassen sich weltweit nur noch in diesem Krefelder Bestand mit seinen rund 4000 Büchern und Atlanten nachweisen. „Soll ich mich mal darum kümmern“, fragte er damals, und daraus erwuchs eine bis heute anhaltende Aufgabe. Red

museumburglinn.de