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E-Scooter rollen 2020 wohl auch durch Krefeld

Mobilität : E-Scooter rollen 2020 wohl auch durch Krefeld

Mehrere Anbieter haben Interesse daran, ihre Leih-Fahrzeuge in der Stadt anzubieten. Ein Regelwerk wird von der Verwaltung dafür noch im Dezember vorbereitet.

Auch in Krefeld werden ab dem nächsten Jahr wohl E-Scooter in größerer Zahl unterwegs sein. Denn was in benachbarten Großstädten wie Mönchengladbach und Düsseldorf längst Alltag ist, scheint nun auch in der Seidenstadt Wirklichkeit zu werden: Mehrere Anbieter von Verleih-Rollern haben Interesse bekunden, ihre Zweiräder hier an den Start zu bringen.

Schon vor Wochen hatte unsere Zeitung berichtet, dass die schwedische Firma Voi erklärt hatte, 20 deutsche Städte bis Ende dieses Jahres mit den Elektrofahrzeugen ausstatten zu wollen – darunter auch Krefeld. Auf Nachfrage bei der Stadtverwaltung, ob das Unternehmen mittlerweile seine Pläne konkretisiert hat, erfuhr die WZ: „Es liegt keine Anfrage von Voi vor, dafür aber von einem anderen Anbieter. Zudem wurde von einem weiteren Anbieter angefragt, unter welchen Voraussetzungen die Stadtverwaltung einen solchen Betrieb genehmigen würde.“ Mit Blick auf den Datenschutz durften die Namen der Anbieter nicht verraten werden.

„Sondernutzungserlaubnis“
in der Landeshauptstadt

In der Landeshauptstadt Düsseldorf sind derzeit schon vier Unternehmen mit ihren Fahrzeugen vertreten. Allein die Firma Bird, die erst im Oktober dazu kam, stellte 400 davon auf. Viele Düsseldorfer zeigen sich deshalb von den vielen E-Scootern, die in der Stadt herum stehen oder liegen, zunehmend genervt.

Düsseldorf hat deshalb vor wenigen Wochen als eine der ersten Städte in Nordrhein-Westfalen den Entwurf einer „Sondernutzungserlaubnis“ für E-Scooter vorgelegt. Darin werden den Betreibern zahlreiche Vorgaben gemacht. Darunter Parkverbote in Parks, Fußgängerzonen und auf den Rheinbrücken sowie eine Zwölf-Stunden-Frist für die Reaktion bei Verstößen.

Die Möglichkeiten, einen Roller abzustellen, sollen generell stark eingegrenzt werden, damit Bürgersteige möglichst frei bleiben. Außerdem will die Landeshauptstadt die Anbieter ab dem 1. Januar verpflichten, pro Jahr und Gerät 20 Euro Gebühr zu bezahlen. Die Sondernutzungserlaubnis muss von der Politik noch beschlossen werden.

Im benachbarten Mönchengladbach hat die Firma Tier Mobility Mitte Oktober als erster Anbieter knapp 100 E-Scooter verteilt. Sie können in erster Linie in den Innenstädten eingesetzt werden. Auch der Versorger NEW will solche Fahrzeuge anbieten. Seine „Wheesy Floater“ werden im Rahmen einer Pilotphase seit dem 2. September getestet. Probleme machen die Roller aber in Gladbach schon jetzt. So kündigte die Polizei verstärkte Kontrollen an, nachdem diese vielfach in der Fußgängerzone der oberen Hindenburgstraße genutzt wurden, was aber verboten ist.

Stadtverwaltung spricht über rechtliche Rahmenbedingungen

Und wie geht es in Krefeld weiter? Bereits in der Oktober-Sitzung des Krefelder Ausschusses für Bauen, Wohnen und Mobilität hatte die SPD nach der Berichterstattung unserer Zeitung in einem Antrag von der Stadtverwaltung gefordert, ein Mobilitätskonzept zur Nutzung der E-Scooter zu entwickeln.

Aus Sicht der Sozialdemokraten sei die Frage nach den Wirkungen von Elektrorollern auf Klima, Umwelt, Verkehr und Stadtraum „höchst relevant“, hieß es in dem Antrag. Die Antwort hierauf werde bestimmen, welcher Stellenwert den Rollern in Leihsystemen künftig beigemessen werde, soe die SPD. Erste Erfahrungen aus deutschen Großstädten hätten gezeigt, „dass konkrete Regelungen und klarere Vorgaben durch die Kommunen in Kooperation mit den Systemanbietern erforderlich sind“.

Tatsächlich ist das Thema bei der Krefelder Stadtverwaltung mittlerweile angekommen. „Im Dezember wird es einen internen Termin geben, um die rechtlichen Rahmenbedingungen, Steuerungsmöglichkeiten und das weitere Vorgehen zu beschließen“, kündigte Stadtsprecher Manuel Kölker auf Nachfrage an. Es gehe dabei nicht darum, die E-Scooter in Krefeld womöglich zu verhindern, sondern die Probleme, die es in anderen Städten gab, zu vermeiden.