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Dreckig, fleckig, kriminell — In Krefeld muss viel passieren

Dreckig, fleckig, kriminell — In Krefeld muss viel passieren

Bei der Versammlung der Werbegemeinschaft nennt Christoph Borgmann viele Baustellen in der Innenstadt.

Sicherheit und Sauberkeit in der Innenstadt sind für die Verantwortlichen der Werbegemeinschaft die absoluten Dauerbrenner-Themen. „Auch wenn es einige Mitarbeiter der Stadtverwaltung nicht mehr hören können, ich werde weiterhin dafür kämpfen“, sagt Christoph Borgmann, der Vorsitzende des Gremiums, bei der jüngsten Versammlung, mit Nachdruck. „Ich möchte, dass die City eine glänzende Visitenkarte für die Stadt ist und nicht fleckig und ausgefranst erscheint.“ Was die Sicherheit anbetrifft, sei es für ihn schwierig, bei Theaterbesuchen mit seinen sechs und acht Jahre alten Kindern den Platz zu überqueren. „Ich schäme mich vor den beiden, die Angst haben und mich fragen, was die Leute dort tun“, erzählt er. Es könne nicht sein, dass eine 230 000 Einwohner große Stadtgesellschaft die 100 Leute der Drogen- und Trinkerszene akzeptiere. „Auch mir tun die Menschen dort leid, sie sind arm und krank. Aber das Thema ,Theaterplatz‘ muss vor der Neugestaltung angepackt werden. Ich habe das Gefühl, die Politik will da nicht ran.“

Ebenso müsse das Augenmerk auf den Ostwall gelegt werden. „Er ist nach wie vor der Ort, wo die Besucher hingehen“, sagt er. „Vergleichen wir ihn mit Innenstadtbereichen beispielsweise in Venlo, dann liegen Welten dazwischen, wie sauber und ordentlich es dort ist.“

In Krefeld werde höchstens darüber geredet, die Müllbehälter dreimal statt zweimal zu leeren. „Das ist zwar ein guter Ansatz, aber nur klein-klein.“ Was das von ihm geforderte Alkoholverbot in der Stadt anbetrifft: „Das soll sicher nicht für die Gastronomie gelten, aber pöbelnde Menschen mit Bierflaschen in der Hand sind kein schöner Anblick.“ Borgmann möchte, dass jeder ohne Angst überall in der City flanieren kann. Die Werbegemeinschaft selbst ist im Aufwind: Von 52 Mitgliedern in 2015 ist die Zahl im vergangenen Jahr auf 73 angewachsen. Das Ziel sind 100.

Froh und stolz ist der Vorsitzende, dass die Mitglieder für die Veranstaltungen tief in die Tasche greifen. „An festen Einnahmen verfügen wir nur über 35 000 Euro. Für die Veranstaltungen haben wir 185 000 Euro zusammen bekommen.“ Er begrüßt es, dass neue Branchen in die Stadt ziehen. Gut sei weiterhin, dass nun auch Dienstleister, Gastronomen und Handwerker mit im Werbegemeinschafts-Boot säßen. Neben den beliebten Innenstadtveranstaltungen wie Märkte für Genießer mit Pottbäckermarkt, Kultur findet Stadt(t), Krefeld Karibisch, Krefeld Pur und Einkaufen bei Kerzenschein ist für ein November-Wochenende etwas Neues geplant. Gemeinsam mit den SWK wird „Krefeld elektrisch“. Da geht es rund um die E-Mobilität mit allem, was dazugehört.

Ein Thema, das der Händlerschaft besonders auf den Nägeln brennt, sind die geplanten Bauarbeiten auf der Hochstraße. „In diesem Jahr soll sie für Leitungsarbeiten aufgerissen werden und dann im nächsten für Verschönerungsarbeiten.“