Donum Vitae holt Eltern in ihrem Kummer ab

Donum Vitae holt Eltern in ihrem Kummer ab

Die Beratungsstelle bietet seit einem Jahr auch eine Außensprechstunde im Helios-Klinikum an.

Krefeld. Das junge Paar ist glücklich, das erste Kind kündigt sich an. Doch bei der Vorsorge-Untersuchung im vierten Monat diagnostiziert der Gynäkologe, dass das Kind nicht gesund ist, und verweist an die Fachklinik. Dort bestätigt sich der Verdacht: Das Baby hat einen Gen-Defekt und wird eine Behinderung haben, die zum Tode führt. Der Schock ist für die werdenden Eltern unermesslich.

Hier greift die Beratung von Donum Vitae im direkten Zusammenhang mit der pränatalen Diagnostik. „Wir haben seit einem Jahr als Alleinstellungsmerkmal in Krefeld eine Außensprechstunde im Helios-Klinikum“, berichtet Angelika Kreuzberg, die Vorsitzende des Vereins mit Sitz auf dem Ostwall. „Dort bieten wir unsere Dienste direkt an und holen die Eltern in ihrem Kummer ab.“

Sozial-Pädagogin Monika Tautz ergänzt: „In dieser sehr traumatischen Situation, in der den Paaren der Boden unter den Füßen weggezogen wird, stehen wir bereit.“ Zuerst werde die Situation vorsichtig ertastet, erklärt die Beraterin weiter. „Wir müssen die Menschen dort abholen, wo sie sind. Oft sind sie kaum ,erreichbar‘. Hier ist die Krisenintervention sehr sinnvoll.“

Häufig seien die Eltern hin- und hergerissen, schwankten zwischen Verzweiflung, Schmerz und Trauer. „Die Entscheidung über den Schwangerschaftsabbruch steht nur selten im Mittelpunkt dieser ersten Gespräche. Es ist vielmehr wichtig, den Betroffenen eine neutrale und persönliche Beratung anzubieten und die Möglichkeit zur Reflektion über ihre Gefühle zu geben.“

Wichtig sei es in weiteren Beratungen, den eventuellen Abschied vom Kind zu gestalten und auch hierbei Unterstützung anzubieten. „Ob die Frauen einen Abbruch erwägen oder die Kraft haben, ihr Kind für kurze Zeit in den Armen zu halten — das ist alles immer ihre Gewissens-Entscheidung.“

Die Beratung selbst ist eine Pflichtaufgabe. Der Arzt muss an eine entsprechende Stelle verweisen. „Unsere Nähe ist da sehr hilfreich“, sagt Kreuzberg. Sie lobt die gute Vernetzung mit den niedergelassenen Pränatal-Diagnostikern und Kliniken in Krefeld, mit denen gute Kontakte und interdisziplinäre Kooperationen aufgebaut worden seien.

„So entstand das Netzwerk Pränatale Diagnostik, in dem Fachärzte und Kliniken und die vier Schwangerschaftsberatungsstellen der Stadt eng zusammenarbeiten.“

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