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Krefeld: Diebe klauen aus Rollatoren

Krefeld : Diebe klauen aus Rollatoren

Auf dem Neumarkt erklärt die Polizei die Tricks von Taschendieben. Oft treten Täter bei ihren Streifzügen in Gruppen auf.

Krefeld. Krefeld, 11 Uhr. Die Stadt ist voll. Viele Besucher sind abgelenkt. Die perfekte Umgebung für Taschendiebe. Im Gedränge können die Täter mit vielen Tricks an ihre potenziellen Opfer heranmachen. Der Diebstahl an sich geht schnell. Ein kurzer Stoß, eine Ansprache — schon sind die meisten abgelenkt. Meist bekommen die Betroffen nichts mit. Der Schaden ist oftmals nicht nur lästig, sondern auch teuer. Wer den Inhalt seines Portemonnaies ersetzen muss, kann laut Polizei auch schon mal 250 Euro investieren, um persönliche Dokumente wie Ausweise, Mitgliedskarten und Karten zurückzubekommen. Damit es soweit nicht kommt, zeigt die Polizei Krefeld in dieser Woche, wie die Tricks der Diebe funktionieren.

Auf dem Neumarkt stellen die Polizistinnen Julia Mühring, Ute Nöthen und Katrin Wentker die Tricks der Diebe nach. Die meisten Diebe haben laut Polizei kein bestimmtes Beuteschema. Die Gelegenheit sei es, die einen Dieb zum Stehlen anrege. „Meistens bekommen Opfer gar nicht mit, wann oder wie sie bestohlen werden“, sagt Julia Mühring. Diebe hätten fast automatisierte Vorgehensweisen. Oft würden sie ihre Opfer an Orten finden, an denen viele Menschen zusammenkommen. In öffentlichen Verkehrsmitteln beispielsweise, aber auch an Bahnhöfen, in Fußgängerzonen, bei Festen und in Einkaufszentren. Die Täter besitzen laut Polizei genaue Rollenverteilungen. „Ein Täter übernimmt die Ablenkung und drängelt sich an das Opfer an. Ein zweiter entwendet genau in diesem Moment das Portemonnaie aus der Tasche und übergibt es dann einem dritten Täter“, berichtet Kriminaloberkommissarin Julia Mühring beispielhaft das Vorgehen der Diebe.

Ein beliebtes Ziel seien im Übrigen auch Rollatoren. Aus dem Korb an der Gehhilfe kann schnell etwas entwendet werden. Davor schützten soll ein Rollatordeckel (15 Euro). Durch den Schiebeverschluss soll es laut Polizei deutlich schwerer sein, etwas aus dem Korb zu stehlen. Weitere Informationen zum Schutz vor Taschendieben und zur Opferschutzorganisation Weisser Ring gibt es im Internet unter: wz.de/krefeld