Die Warnschüsse der Arge

Die Warnschüsse der Arge

Bei den Kürzungen des Hartz-IV-Geldes liegt Krefeld beim bundesweiten Vergleich im Normbereich. 500 Fälle pro Monat gibt es

Süd. Rund 500 Hartz-IV-Empfängern werden jeden Monat von der Arge die Bezüge gekürzt. Damit liegt Krefeld im bundesweiten Vergleich im Normbereich. Bis zu 100Prozent des Geldes kann dem Hartz-IV-Empfänger gestrichen werden, sollte er sich nicht an seine Auflagen halten. Dann gibt es nur noch Lebensmittelgutscheine, die von fast allen Einzelhändlern in Krefeld akzeptiert werden.

28000 Hartz-IV-Empfänger gibt es aktuell in Krefeld , die sich auf die 15000 Bedarfsgemeinschaften verteilen. "Empfänger sind ja alle, vom Baby bis zum 64-Jährigen. Darum rechnen wir in Bedarfsgemeinschaften. Das können Paare sein. Oder aber eine Mutter mit ihrem Kind", erklärt Holger Schroers, der neue stellvertretende Geschäftsführer der Arge Krefeld, Hauptsitz Fütingsweg.

Der Regelsatz für einen alleinstehenden Hartz-IV-Empfänger liegt derzeit bei 359 Euro. Die Bezüge sind an bestimmte Vereinbarungen geknüpft, die eingehalten werden müssen.

Sollte zum Beispiel ein Empfänger seine Beratungstermine bei der Arge mehrfach ohne Grund nicht wahrgenommen haben, kann die Arge zehn Prozent des Geldes kürzen. 30 Prozent können es werden, wenn eine Fördermaßnahme abgebrochen oder ein Bewerbungsgespräch nicht genutzt wird. "Wir sprechen ja teilweise mit Arbeitgebern. Da bekommen wir schon mit, wenn jemand unpünktlich, desinteressiert oder schlecht vorbereitet war", sagt Schroers.

Mehrere Verstöße innerhalb eines Jahres kann die Arge mit 100 Prozent sanktionieren - dann gibt es Gutscheine. "Bei allen Abzügen über 30 Prozent müssen wir die Grundversorgung, was Lebensmittel und Hygiene betrifft, sichern", erklärt Schroers. Jede Sanktion wirkt drei Monate. Ausnahme: Für 15- bis 24-Jährige kann die Frist auf sechs Wochen verkürzt werden, da sie mehr eine erzieherische Maßnahme sein soll. Der Erfolg einer Kürzung ist durchwachsen: "Für viele ist sie ein Warnschuss. Aber natürlich gibt es auch Unbelehrbare, wo wir immer mal wieder eingreifen müssen", sagt Schroers. nip

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