Wochenkommentar: Die unnachgiebigen Gäste am Elfrather See

Wochenkommentar: Die unnachgiebigen Gäste am Elfrather See

Die Verwaltung kapituliert vor einer Gänsepopulation

Der Elfrather See, besser bekannt als E-See und in den letzten Jahren spöttisch auch als Ekel-See bezeichnet, steht vor dem Aus - als Bademöglichkeit wohlgemerkt. Die Stadt Krefeld kapituliert mit ihrer Beschlussvorlage, den Badesee mit sofortiger Wirkung aufzugeben und zu entwidmen, vor einer Population von Grau- und Kanadagänsen. All die zahlreichen Maßnahmen zur Reduzierung des Vogel-Bestandes in den vergangenen Jahren schlugen fehl. Weder sanfte noch tödliche Schritte konnten zur Besserung der Situation für die nur noch spärlich vertretenen Badegäste an der ehemaligen Kiesgrube beitragen.

Sind die Wildgänse dem Menschen also einfach unausweichlich überlegen? So grotesk diese Frage auch klingen mag, die Diskussionen in der Sportausschusssitzung am 23. April darüber werden lebhaft — und wohl ergebnisoffen bleiben.

Zu sehr gehen die Meinungen sowohl in der Politik als auch in der Bürgerschaft über die Zukunft des ehemaligen Krefelder Vorzeigegebietes auseinander. Die Duldung der Wildgänse-Population steht dem menschlichen Sinn nach Erholung vor der eigenen Haustüre gegenüber. Ein Miteinander ist in der jetzigen Form nicht möglich.

Zudem scheinen die Finanzierungsmöglichkeiten zur Lösung des Problems bei der derzeitigen Haushaltslage ausgereizt. Krefelds einziger kostenloser Badesee droht aufgrund von Vogelkot und politischer Verzweiflung geschlossen zu werden. Bevor dies geschieht, muss zwingend noch einmal geprüft werden, ob alle Möglichkeiten zur Lösung des Wildgänseproblems in Erwägung gezogen wurden.